Star-Lord? Star-Prinz? Niemand kann sich den Namen von Superheld Peter Quill merken: Chris Pratt als Quill und Zoe Saldana als Gamora sind „The Guardians of the Galaxy“

© /walt disney

Guardians of the Galaxy
08/28/2014

"Die Ober-Idioten der Galaxie"

Triumphaler Start einer witzigen Super-Helden-Serie mit Waschbär.

Eine neue Folge von "Star Wars" steht uns nächstes Jahr ins Haus. Doch nicht nur Jedis und ihre Kontrahenten bevölkern das Weltall – die Marvel Studios schicken schon heuer ein Set an Superhelden vor: Zwar stehen " Guardians of the Galaxy" nicht unbedingt in der ersten Reihe des Comic-Universums, wie es etwa "The Avengers" tun. Doch die schräge Space-Truppe, mit der Regisseur James Gunn seine neue Superhelden-Serie lanciert, brachte die Kinokassen global zum Klingeln.

Nie um einen guten Einfall verlegen, umwölkt Gunn sein fröhliches Freak-Ensemble mit reichlich Ironie. Chris Pratt etwa trägt den Schalk im Nacken. Als etwas unehrenhafter Superheld Peter Quill groovt er sich hüftschwingend durch die Galaxien. Mit Vorliebe trägt er seinen 80er-Jahre-Walkman auf dem Kopf und singt dazu mit Vorliebe zu Musik aus den 70er-Jahren.

Dabei klaubt er sich auch gerne mal einen Mini-Saurier in der Größe eines Meerschweinchens vom Boden auf und verwendet ihn als Mikro. Nicht einmal seine ärgsten Feinde können sich seinen Superhelden-Namen merken: Wie hieß er doch gleich? Star-Lord? Star-Prinz? Eher zufällig gerät Quill in den Besitz einer rauchigen Kugel, mit der man ganze Planeten zerstören kann. Auch eine grüngesichtige Killerin namens Gamora, die entfernt an eine Monster-High-Barbie erinnert, will sie haben.

Ein Genre im Dauerstress: Die Comic-Verilmungen 2014

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Horror-Pharao

Der Spaß von "Guardians of the Galaxy" ergibt sich nicht zuletzt aus einer lässigen Haltung gegenüber ernsthaftem Sci-Fi-Heldentum. Zwar ist der oberste Bösewicht – ein gewisser Ronan – ganz ernsthaft böse. Als eine düstere Mischung aus Horror-Pharao und Hagen von Tronje lässt er wenig Spielraum zum Schmunzeln. Doch mittlerweile ist Quill aus einem Hochsicherheitsgefängnis ausgebrochen – ausgerechnet zum "Pina Colada Song" – und hat neben Gamora neue Freunde gefunden: Einen schlauen Waschbären, einen weniger schlauen Baummenschen ("Ich bin Groot") und einen schlichtweg einfältigen Ex-Wrestler ("Nichts dringt in mein Gehirn vor").

Das sind ja die "Ober-Idioten der Galaxie", stellt Gamora zähneknirschend fest, doch damit tut sie ihren neuen Genossen unrecht. Die Ober-Idioten entpuppen sich als die "Guardians of the Galaxy". Besonders Waschbär Rocket und Holzmann Groot bilden eine Klasse für sich. Bestens animiert, fügt sich der schlagfertige Nager reibungslos in das Menschen-Ensemble ein. Auch die Baumwurzel mit dem Ein-Satz-Wortschatz (im Original übrigens hingebungsvoll von "Fast & Furious"-Star Vin Diesel gesprochen) verwandelt sich in einen strahlenden Superhelden.

Die galaktischen Szenerien bieten durchgehend höchste Schauwerte, und selbst die kleinsten Nebenrollen sind originell besetzt (Glenn Close hat einen Kurzauftritt als Planeten-Chefin Nova Prime und trägt dabei einen Haarknoten, der an zwei Zimtschnecken erinnert). Gegen Ende hin jedoch verlassen Regisseur Gunn zunehmend die innovativen Kräfte. Allzu sehr werden da die Konventionen des finalen Schlachtengetümmels spürbar. Trotzdem: Wenn es zum Schluss heißt, die "Guardians of the Galaxy" kehren zurück, dann ist das gewiss keine gefährliche Drohung. Ganz im Gegenteil.

KURIER-Wertung:

INFO: Guardians of the Galaxy. USA/GB 20014. 212 Min. Von James Gunn. Mit Chris Pratt.

Das Original ist noch viel verrückter

Aufmacher - Guardians of the Galaxy …

Marvel

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Umweltaktivismus endet im Terror-Akt

Kelly Reichardt, eine der spannendsten US-Regisseurinnen der Gegenwart, ist eine Meisterin der Verquickung: Beinahe unauffällig flicht sie in eine fast dokumentarisch anmutende Erzählung die Elemente des Thrillers. Wie so oft in ihren Arbeiten werden dabei die Wälder Oregons zum zentralen Schauplatz. Die Erhabenheit der Natur kollidiert dabei mit den Aktivitäten der Menschen.

Drei junge Leute machen sich Sorgen um die Umwelt. Josh – hervorragend nervös: Jesse Eisenberg – arbeitet in einer Landkommune. Nebenher plant er mit zwei Gefährten (gespielt von Peter Sarsgaard und Dakota Fanning) den Anschlag auf einen Staudamm, um auf falsche Politik aufmerksam zu machen. In dem sicheren Gefühl, das Richtige zu tun, führen die zwei jungen Männer und die Frau zielgenau ihre Tat aus. Doch als etwas Unvorhergesehenes passiert, senkt sich der Ruch des Terrorismus über ihre Gemüter. Quälende Schuld verfärbt die Schönheit ihres Idealismus und steigert sich zur Paranoia. Diese Eintrübung der Gefühle erzählt Reichardt mit vernichtender Schlichtheit. Meisterlich.

KURIER-Wertung:

INFO: Night Moves. USA 2013, 112 Min. Von Kelly Reichardt. Mit J. Eisenberg.

In seinem letzten Film wird Miyazaki noch politisch

Es ist ein wunderschöner Film, ohne Frage: Mit der poetischsten (und traurigsten) Liebesgeschichte seit Langem. Mit Traumszenen, die in ihrer Poesie und Eleganz Pixars Computerhelden hampelig aussehen lassen. Mit Sturmsequenzen, die Unheil greifbar machen.

Der Japaner Hayao Miyazaki, Schöpfer von Meisterwerken wie "Chihiros Reise ins Zauberland" , bleibt auch nach diesem, seinem letzten Film, die Leitfigur des Animationsfilms. Er haucht dem visionären Flugzeugingenieur Jiro Horikoshi Leben ein, lässt ihn ein Kampfflugzeug entwickeln, das die Schlagkraft des japanischen Militärs im Zweiten Weltkrieg merklich erhöht. Jiro Horikoshi gab es wirklich, er ist bis heute ein umstrittener Weltkriegsheld. Daher macht dieser Film viel Wind. Ein herrliches Lüftchen.

KURIER-Wertung:

INFO: Wie der Wind sich hebt. JAP 2013. 126 Min. Von Hayao Miyazaki.

In New York City singt es sich einfach schöner

Keira Knightley hat schiefe Zähne, das ist hier – in der Großaufnahme – so deutlich wie noch nie zu sehen. Und sie kann singen, zumindest, wenn ihre Stimme von hochgezüchteter Studiotechnik unterstützt wird. Auch Marc Ruffalo geht durch in der Rolle des schäbig gekleideten, unfrisierten, über den Durst trinkenden und doch liebenswerten Losers. Dass die Zwei in der Musikbranche irgendetwas zu melden hätten, übersteigt dann aber doch die Grenzen eines plausiblen Plots.

Doch die Story ist egal, denn dieser Film hat eine strahlende Hauptdarstellerin, die nichts und niemand umbringen und vor allem nicht toppen kann: New York City mit all seinen schaurig-schönen Ecken. Die Stadt mit ihren engen U-Bahn-Stationen und prächtigen Museen. Mit den schnuckeligen Booten am See im Central Park und den gemütlichen Lokalen in Brooklyn. An all diesen Plätzen nehmen Keira und Marc (alias Gretta und Dan) ihr Erstlingsalbum auf.

Regisseur John Carney, ein Ire, liebt die Musik, das hat er schon mit "Once" bewiesen. Gott sei Dank liebt er auch New York.

KURIER-Wertung:

INFO: Can A Song Save Your Life? USA 2013. 104 Min. Von John Carney. Mit Keira Knightley, Marc Ruffalo.

Kinderfilm Ellas Schule soll einer Formel-1-Strecke weichen. Das müssen sie und ihre Klassenkameraden verhindern. So wird der Bösewicht mit blauen Lockenwicklern und rotem Anzug mit Essen außer Gefecht gesetzt ("Die fiesen Klopse sind echt Klasse. Man kann mit ihnen sogar böse Bulldozer stoppen"). Identifikationsfiguren (die Mutige, der Verweigerer, der Schlaue), Slapstick-Szenen (der Lehrer in der Narren-Rolle) und große Spannungsmomente (durch den kleinen Marty, der in einer Schachtel lebt) machen den Film zu einem Erlebnis für Kinder ab sechs Jahren.

Drama Volker Schlöndorffs neues Drama vollzieht sich als intimes Kammerspiel im Herzen von Paris. Basierend auf einem Theaterstück, lässt er im August 1944 in einem Hotelzimmer einen deutschen General und einen schwedischen Botschafter aufeinandertreffen. Der General will auf Befehl Hitlers Paris in die Luft sprengen, der Botschafter versucht ihn davon abzubringen. In einem intensiven Wortduell ringen die beiden Männer um das Schicksal der Hauptstadt. Die hervorragenden Darsteller: Niels Arestrup als General und André Dussollier als Konsul.

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