Kultur
04.05.2017

TV-Show: Griss lässt über Kopftuchverbot abstimmen

"Im Namen des Volkes" startet am Sonntag auf Puls 4. Es sind keine Politiker auf Gästeliste.

Die ehemalige unabhängige Präsidentschaftskandidatin und frühere OGH-Präsidentin Irmgard Griss geht am Sonntagabend im Fernsehen der Kopftuchdebatte auf den Grund. In der Puls-4-Sendung "Im Namen des Volkes", die am 7. Mai erstmals über die Bühne geht, agiert Griss als Richterin. Zu Gast sind die Anwältin, Menschenrechtsaktivistin und Autorin Seyran Ates und die Philosophin Amani Abuzahra.

Politiker sind zum Auftakt nicht zu Gast. Es seien zum Thema Kopftuch auch keine angefragt worden, sagte eine Sprecherin auf APA-Anfrage. Grundsätzlich sei aber nicht ausgeschlossen, dass auch einmal Politiker eingeladen werden. Griss als TV-Richterin wird Puls-4-Nachrichtensprecher Thomas Mohr als Moderator beigestellt.

Kopftuchverbot an Schulen - Ja oder Nein?

In der Sendung, die einmal im Monat stattfinden soll, wird eine gesellschaftliche Frage gestellt - zu Beginn geht es um ein Kopftuchverbot an Schulen. In einer Art Gerichtsverhandlung treten ein Ja- und ein Nein-Lager gegeneinander an. In der erste Folge vertritt Ates die Befürworter eines Kopftuchverbots, Abuzahra wiederum verteidigt das Recht, ein Kopftuch zu tragen. Ziel ist es, ein "Österreich-Panel" zu überzeugen, das aus 500 repräsentativ ausgewählten Bürgern besteht.

Losgetreten hatte die jüngste Kopftuchdebatte Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Griss war 2016 im ersten Durchgang zur Wahl des Bundespräsidenten mit 18,9 Prozent der Stimmen Dritte geworden, während Van der Bellen mit 21,3 Prozent als Zweitplatzierter hinter Norbert Hofer in die Stichwahl einzog. Griss unterstützte Van der Bellen in der Stichwahl.

Der mögliche (Wieder-)Einstieg in die Politik sei mit der TV-Sendung nicht abgehakt, betonte Griss zuletzt. "Die Moderation eines TV-Politik-Talks schließt den Gang in die Politik nicht aus." Das TV-Angebot habe sie angenommen, weil es "ein ganz neues Format der TV-Debatte ist" - und keine fiktive Gerichtsverhandlung in Strafsachen.