Graphic Novels
07/17/2014

Die allerbesten Freunde

Der Nahe Osten in der Comic-Kunst.

von Barbara Mader

Die Wurzeln dieses Konflikts sitzen tief und ein Ende der Gewalt in Nahost ist nicht in Sicht. Welche Rolle die USA im Nahostkonflikt spielen, zeigt die Graphic Novel "Die besten Feinde" des französischen Historikers Jean-Pierre Filiu und des Zeichners David B.. Geht es im ersten Band um das Verhältnis zwischen den USA und dem Nahen Osten in den Jahren 1783 bis 1953, beleuchtetet der zweite Teil die Zeit von 1953 bis 1984.

In den Fünfzigerjahren interessierten sich die USA für den Nahen Osten lediglich aus der Perspektive des "Kalten Krieges", doch bald begannen amerikanische Ölgesellschaften mitzureden. Machtinteressen und die Gier nach Öl wurden zur außenpolitischen Konstante. Der Historiker Filiu erzählt nachvollziehbar – bei Comics oft nicht einfach. Die Schwarz-Weiß-Zeichnungen von David B. illustrieren die unendliche Geschichte des Schreckens mit grimmigem Humor.
Was nach dem Ende der amerikanischen Präsenz in Persien und der Islamischen Revolution 1979 im Alltag eines Mädchens aus Beirut geschah, erzählte Marjane Satrapi vor einigen Jahren eindrucksvoll in "Persepolis". Die Künstlerin Zeina Abirached thematisiert nun in der Graphic Novel "Ich erinnere mich – Beirut" das Aufwachsen im libanesischen Bürgerkrieg (1975– 1990). 1981 geboren, erzählt sie aus Kinderperspektive: Wie ihr Vater im Krieg begann, extrem laut Musik zu hören – Wagners Walkürenritt – und wie ihr Bruder sich eine Granatsplittersammlung zulegte. Die naiv anmutenden Zeichnungen sind von beeindruckender Schärfe.
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