Als Brünnhilde eine Klasse für sich: Nina Stemme im „Ring“

© Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

"Götterdämmerung": Weltenbrand mit Schrecksekunde
06/09/2014

"Götterdämmerung": Weltenbrand mit Schrecksekunde

Kritik: Mit "Götterdämmerung" endete die erste Spielserie von Wagners "Ring des Nibelungen".

von Peter Jarolin

Es ist vollbracht. Der "Ring" ist geschmiedet; die Erste von zwei Spielserien der gigantischen Tetralogie ist zu Ende. Ab 19. Juni geht der Kampf um Gold und Macht neuerlich los. Auch dann soll wieder Jeffrey Tate am Pult des Orchesters der Staatsoper stehen. Die Pause bis dahin aber wird dem Dirigenten gut tun. Denn es war Tate, der bei der " Götterdämmerung" für dramatische Momente abseits der Bühne sorgte.

Schwächeanfall

Kaum war der letzte Ton des ersten Akts verklungen, erlitt Tate wohl hitzebedingt einen leichten Schwächeanfall. Er kippte mit den Händen voraus vom Dirigenten-Sessel auf das Pult, an dem er sich dann eine gefühlte Ewigkeit festhielt. Der philharmonische Top-Geiger Tibor Kovác eilte zu Hilfe; Tate konnte aber schließlich selbst abgehen und nach der obligaten Pause die "Götterdämmerung" zu Ende dirigieren. Vielleicht war es auch diesem Umstand geschuldet, dass der erste Akt nach gutem Beginn ein wenig ins Stocken geriet. Während ein phänomenal-dramatischer zweiter Akt und ein großartig realisierter Weltenbrand die Tugenden des teils herrlich spielenden Orchesters gut hörbar machten. Der finale Jubel galt Tate und den Musikern.

Nicht minder berechtigt waren die Ovationen für Nina Stemme, die als Brünnhilde zurzeit wohl konkurrenzlos ist. Stemme bewältigt die so anspruchsvolle Partie nicht nur, sie ist auch stimmlich eine großartige Gestalterin. Was für eine Dramatik, was für eine darstellerische Intensität – die Sopranistin ist eine Klasse für sich. Ihr Siegfried war einmal mehr der exzellente Stephen Gould, der diese Partie sprichwörtlich im kleinen Finger zu haben scheint, der sich seine Kräfte klug einteilt, der auch zu lyrischen Passagen findet. Toll.

Ein starkes Duo, das in Markus Eiches ausgezeichnetem Gunther, in Caroline Wenbornes sicherer Gutrune, in Jochen Schmeckenbechers prägnantem Alberich und in Attila Juns solidem Hagen die passenden Mitspieler findet. Janina Baechle (Waltraute), die homogenen Rheintöchter und die Nornen ergänzten das "Ring"-Finale souverän.

KURIER-Wertung:

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