Kultur
08.02.2018

"Germany’s Next Topmodel": Zu dünn, zu viel Druck und zu sexistisch

Heidi Klum sucht ab heute, Donnerstag, wieder "Germany’s Next Topmodel" (20.15/ProSieben).

Aufmerksamkeit ist Heidi Klum sicher: Die deutsche Model-Mama ist pünktlich zum Start der neuen Ausgabe von "Germany’s Next Topmodel" (GNTM) in aller Munde, weil unter heftigem Beschuss. Aber bad news are good news. Und vorgeworfen wird der 44-Jährigen allerhand: Unter dem Hashtag #NotHeidisGirl hatten sich etwa einige via Social Media gegen die Schönheitsstandards in der Sendung ausgesprochen und dazu aufgerufen, die 13. Staffel von GNTM zu boykottieren. Dieser Unmut wurde von einem Meinungsforschungsinstitut dann auch schnell mit Zahlen belegt: Eine große Mehrheit in Deutschland sei der Ansicht, so das Ergebnis, dass die Show ein falsches Schönheitsideal vermittle. Und: Nur 15 Prozent der Befragten sind der Ansicht, GNTM sei authentisch.

Zurück zu den Vorwürfen. Angetrieben von der #MeToo- und "Time’s Up"-Bewegung meldeten sich in den vergangenen Tagen ehemalige Kandidatinnen zu Wort und sprachen über den enormen Druck, den Heidi bei den Shootings auf die zu dünnen Seelen ausübe. Aber: "Wer ein Topmodel werden möchte, muss alles dafür geben", heißt es bei solchen Schönheitswettbewerben oft. Einige wollen aber nicht mehr "alles geben", nicht so viel Haut beim Foto-Shooting zeigen, und sich nicht im zu knappen Bikini herumkommandieren lassen: "Geh langsamer! Geh gerade! Was soll das für eine Pose sein? Mehr Action, bitte!"

Zu widersprechen, kommt für die Mädchen aber nicht infrage, weil dann die böse Heidi kein Foto für einen hat. Soll heißen: Wer sich weigert, die Anweisungen zu befolgen, riskiert, "dass man gehen muss", sagt Ex-Kandidatin Sara Kulka. Aber da sich immer wieder neue Mädchen finden, geht die Show weiter.Zum Auftakt der Staffel (20.15, ProSieben) sichtet die Jury in der Karibik das neue "Material". Es wird aussortiert. Zu den "Auserwählten" gehören auch drei Mädchen aus Österreich: Victoria Pavlas aus Bruck an der Mur, Zoe Saip aus Bad Vöslau und Liane Polt aus Kufstein.