Kultur
01.12.2016

Gebühren: ORF-Stars als Antwort auf den Gegenwind

"Wir für Sie": ORF will Konsumenten seine Stärken zeigen © Bild: ORF

ORF startet Image-Kampagne, Neos mit rundem Tisch, Privatsender mit Zores.

90.000 Unterstützer hat die Online-Petition der Neos, "GIS Gebühren abdrehen!", bereits gefunden. Neos-Chef Matthias Strolz hat nun für den 7. Dezember zu einem runden Tisch zum ORF geladen. Angefragt wurden neben ORF-General Alexander Wrabetz Kulturminister Thomas Drozda und die Mediensprecher der Parlamentsparteien. Es gab noch keine Zu- oder Absagen.

Der ORF, dessen Chef am Montag einen Gebührenfestsetzungsantrag an den Stiftungsrat senden muss, setzt indes auf eigene Stärken, die er auf den eigenen Kanälen in einer Imagekampagne kommuniziert. Ihr Slogan: "Wir für Sie". Den Anfang machten Korrespondenten. "Die Spots zeigen, wie wir unseren vielfältigen Programmauftrag in den Bereichen Information, Kultur, Sport und Unterhaltung umsetzen – kurz, was wir alles für das Publikum leisten und was man auch nur bei uns findet", so ORF-Unternehmenssprecher Martin Biedermann.

In den nächsten Tagen werden 15 Spots – u. a. zu den Themen Kultur, Regionalität, Information, Wetter, Unterhaltung – on Air gehen und in sozialen Netzwerken verbreitet. "Die Spots sind schon auch im Zusammenhang mit der von politischer Seite bzw. auch vom Privatsender-Verband losgetretenen ORF-Diskussion zu sehen", erklärt Biedermann. Zudem lancierte man ein "Faktencheck"-Video zum Thema Gebühren auf Facebook.

Distanz

Ein angriffiges Posting dort lässt die Einheit beim Privatsender-Verband (VÖP) bröckeln. Der macht auch Druck gegen eine Gebührenanpassung, die man als Wettbewerbsverzerrung wertet. Wegen der Art und Weise ging nun aber W24-Chef Marcin Kotlowski auf Distanz.

Die hält ATV-Chef Martin Gastinger schon länger. Der VÖP sei der "Verein deutscher Privatmedien in Österreich, der davon ablenkt, dass Etikettenschwindel-Sender, die nur Österreich-Werbefenster haben, Millionen transferieren." Die Werbefenster hätten jedes Interesse, den ORF weiter zu beschränken.

"Andererseits ist es richtig, dass der ORF immer mehr Geld verlangt, statt sich darum zu kümmern, was ihn ins Minus treibt", meint Gastinger. Er kritisiert hierzu den Stiftungsrat. Dieser sei "mehr damit beschäftigt, zu schauen, welche Partei wie platziert wird, statt ob und wie das Unternehmen ORF funktioniert." ATV lasse sich jedenfalls von niemanden vereinnahmen.