Kultur
16.01.2018

Gauguin: Zwischenhändler kassiert 10 Millionen

Vermittler Simon de Pury klagte Provision aus dem Mega-Deal ein

Es galt für eine Zeitlang als das teuerste Gemälde der Welt: Um 300 Millionen US-Dollar soll das Gemälde "Nafea faa Ipoipo" (Wann heiratest du) von Paul Gauguin aus dem Besitz des Schweizer Sammlers Rudolf Staechelin in die Sammlung des Emirs von Katar übergegangen sein, berichteten mehrere Medien 2015. Im Juli des Vorjahres musste diese Zahl dann korrigiert werden: Der Emir hatte "nur" 210 Milllionen US-Dollar für das Bild bezahlt.

Gewöhnlich sind solche Zahlen kaum gesichert zu bekommen - fand der Verkauf doch nicht im Auktionssaal, sondern im privaten Rahmen statt. Dass der Preis publik wurde, liegt an Simon de Pury: Der Schweizer Auktionator und Händler hatte den Kontakt zwischen Käufer und Verkäufer hergestellt und fühlte sich um seine Kommission - 10 Millionen US-Dollar - geprellt. Eine derartige Vermittlungsgebühr war freilich nie schriftlich vereinbart worden, doch de Pury verließ sich auf die seiner Ansicht nach branchenübliche Handschlagqualität. Als das Geld nicht eintraf, klagte er - und machte auch den Preis publik.

Nun dürfte sich der Richter der Sichtweise de Purys angeschlossen haben: Auf seinem Instagram-Account verkündete de Pury am Dienstag, dass "der Gerechtigkeit Genüge getan worden" sei. In seinen 45 Berufsjahren am Kunstmarkt habe er sich das erste Mal gezwungen gesehen, derartige rechtliche Schritte zu ergreifen, fügte de Pury hinzu.