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MAK
06/16/2013

Für Ästheten und Technikfans

"Tour du Monde – Fahrradgeschichten" zeigt Michael Embachers faszinierende Rad-Sammlung.

von Michael Huber

Ein Fahrrad, das sich zu einem knallgelben Koffer zusammenklappen lässt. Ein Exemplar mit Allradantrieb, der durch ein gefinkeltes Treibriemen-Konstrukt ermöglicht wird. Ein Rad zum Fahren auf Eis, mit einer Kufe statt eines Vorderrads und Spikes hinten: Mechaniker und Nachfahren von Daniel Düsentrieb werden ihre Freude haben mit den Rädern, die bis 6. Oktober in der oberen Ausstellungshalle des MAK von der Decke baumeln.

Die Schau „Tour du Monde – Fahrradgeschichten“ gibt einen Einblick in die famose Sammlung des Wiener Architekten Michael Embacher. Rund 250 Räder zählt dessen Kollektion, 50 Stück sind nun ausgestellt: Bei aller Unterschiedlichkeit sind es fast immer Räder, die an einer Grenze des Üblichen oder auch Möglichen kratzen – sei es in technischer, sei es in gestalterischer Hinsicht.

Ein Trussardi-Rad etwa wurde in den 1980ern von der italienischen Modefirma als Imageprodukt mit schicken Leder-Seitentaschen produziert. Das ganz aus Plastik gefertigte „Wilhelmina Plast“ aus Schweden (1984) war wiederum ein Experiment der Werkstofftechnik. Dass viele der Produktionsideen floppten, macht die verbliebenen Exemplare in Embachers Sammlung zu beredten Relikten eines erfolglosen Erfindergeists.

Gut inszeniert

Embacher wäre kein Designer und Architekt, würde er seine Sammlerstücke nicht standesgemäß inszenieren: In der Ausstellungshalle hängen die Räder nun an gewundenen Schienen, die sich wie ein leichter Fahrradparcours durch die Halle schlängeln, von der Decke. In die Schienen sind Leuchtkörper eingelassen, die die schwebenden Drahtesel in einen musealen, auch leicht mystischen Lichtglanz tauchen.

Ästheten können also in aller Ruhe die Designqualitäten der Renn- und Kinderräder, Touren- und Bahnräder studieren. Technikfreaks wiederum kommen mit den detaillierten Beschreibungen an den Wänden auf ihre Kosten. Etwas bemüht wirken dagegen die Audio-Stationen, in denen Besucher den Erzählungen des Talking-Heads-Musikers und Fahrradfanatikers David Byrne (aus dessen Buch „Bicycle Diaries“) lauschen können. Immerhin gibt es auf diese Weise viele Einstiegspunkte in die Schau, die sich ganz klar auch an ein Publikum richtet, das sonst lieber an Museen vorbeiradelt.

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