Die Hauptdarsteller in der realistischen Western-Kapelle

© /(c) Rabenhof/Pertramer.

Theater
10/02/2016

Western, Theater und Computerspiel

Das Rabenhof Theater zeigt im Apostelhof eine außergewöhnliche Western-Trilogie des jungen Theatermachers Jethro Compton

von Georg Leyrer

Es ist ein Satz, den man von einem Theatermacher eigentlich nicht erwartet: "Ich liebe das Kino und den Film, oftmals sogar mehr, als ich das Theater genieße", sagt Jethro Compton im KURIER-Gespräch. "Wo ich herkomme, gibt es nicht einmal ein Theater." Der junge Brite (Jahrgang 1988) macht aber nicht Film, sondern Theater. Und zwar so, wie es in die Perspektive eine jungen Generation passt. Denn "wenn man eine wirklich, wirklich gute Aufführung sieht, ist die besser als jeder Film."

Und Compton hat einen ungewöhnlichen Erfolg vorzuweisen: 2014 brachte er "The Man Who Shot Liberty Valance" auf die Bühne, eine Western-Story, die 1962 von John Ford mit John Wayne und James Stewart verfilmt worden war. Das ist mutig, nicht zuletzt auch, weil Western und die Bühne keine großen Freunde sind. Dieses Western-Theaterstück wurde jedoch ein großer Erfolg – und zwar ausgerechnet in den USA. "Egal, wo es dort zu sehen ist, gibt es eine große Diskussion: Warum hat ein Brite und kein Amerikaner diesen Stoff auf die Bühne gebracht?", sagt Compton.

Inspiration

Insbesondere, da Compton noch nie im "Wilden Westen" gewesen ist. Das aber braucht ein Theatermacher von heute auch nicht. Vielleicht noch weniger, als Karl May anno dazumal. Denn "ich fühle mich so, als ob ich dort gewesen bin – und zwar dank Red Dead Redemption", sagt Compton mit einem Schmunzeln. Zwei Jahre lang zockte Compton dieses hochgelobte Western-Computerspiel. Darin lassen sich die Landschaften, die sozialen Zusammenhänge des Wilden Westens selbst erleben.

Am kommenden Freitag hat nun eine weitere Auseinandersetzung Comptons mit dem Western-Genre Wien-Premiere: Im Apostelhof, einer neuen Dependence des Rabenhof Theaters, ist "The Frontier Trilogy" im englischsprachigen Original zu sehen. Die Zuseher sitzen dabei in der realistischen Western-Kapelle aus Holz, wo sich drei (auch unabhängig voneinander funktionierende) rund einstündige Stücke abspielen. Die Themen: Gold, die Eisenbahn und Religion. Denn beim Western gehe es nicht um Breitwandlandschaften und Pferde. Sondern um universelle Themen – wie etwa die Hoffnung auf ein besseres Leben, trotz widriger Umstände. "Und die funktionieren wirklich gut auf der Bühne."

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