Kultur
24.10.2017

Freiheitliche ORF-Pläne: Protest kommt vom Kärntner Stiftungsrat

Neuschitzer will Direktorium nicht spazieren schicken. Er pocht auf die Ausschreibung der Channelmanager für ORFeins und ORF 2.

Die am Sonntag im KURIER veröffentlichten FPÖ-Pläne für den ORF sorgen für Aufregung – interessanterweise in Kärnten. Der von dort entsandte Stiftungsrat im ORF, Siggi Neuschitzer, hält eine Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht für ein vorrangiges Thema, wie er dem KURIER sagte.

"Dass man die Länderstiftungsräte reduzieren will finde ich absolut schade, weil für die Zukunft des ORF die Regionalität und die dazu gehörigen Landesdirektoren und Landesstiftungsräte unabdingbar sind", sagt Neuschitzer, dem selbst beste Kontakte ins blaue Lager nachgesagt werden. "Wenn man die Regionalität absetzen und zentralistisch arbeiten will, wird das kurz- und mittelfristig dem ORF schaden. Irgendwann wird es ihn vielleicht gar nicht mehr geben." Und: "Man sollte nicht übersehen, dass das Unternehmen zu 100 Prozent im Österreichischen Eigentum steht." Eine ORF-Reform sollte bei einer neuen Regierung nicht im Vordergrund stehen, findet Neuschitzer. Auch eine angedachte Ablöse der ORF-Führung ist für ihn "das falsche Zeichen und das falsche Signal", schließlich würde das gesamte Direktorium dann bei vollen Bezügen spazieren gehen.

Channel-Struktur

Neuschitzer pocht stattdessen auf die rasche Ausschreibung der Channel-Manager für ORFeins und ORF2, die seiner Meinung nach auch "Personalhoheit und Finanzhoheit" bekommen müssten. Bis zur nächsten Stiftungsratssitzung (23. November) müsse dies erfolgen. Auch die Chefredakteure für beide Sender müssten ausgeschrieben werden, fordert Neuschitzer. Ansonsten werde man dies im obersten ORF-Gremium thematisieren.

Als Favoriten für die beiden Führungsjobs galten für ORFeins bisher Lisa Totzauer und für ORF2 Roland Brunhofer.