Kultur
16.04.2018

FPÖ-Attacke auf ORF: Blümel will "Zurückfahren der Emotionen"

Medienminister pocht weiter auf "sachliche, ernsthafte Debatte" - Opposition warnt vor Zugriffen auf den ORF

Die Attacken von FPÖ-Stiftungsrat Norbert Steger auf den ORF beschäftigten auch am Montag Politik und Öffentlichkeit. Zahlreiche internationale Medien berichteten darüber, Steger wolle unbotmäßige Korrespondenten des ORF feuern. Medienminister Gernot Blümel (ÖVP), versuchte einmal mehr, eine vom Koalitionspartner angezündete Debatte in ein ruhiges Fahrwasser zu führen: Er wolle "einen echten medienpolitischen Diskurs", erklärte Blümel über seine Sprecherin: "Dazu wäre ein Zurückfahren der Emotionen und der Aufgeregtheit auf allen Seiten dienlich." Inhaltlich ging er nicht auf die Steger-Sager ein: "Ich beteilige mich nicht an aufgeladenen Diskussionen, die am Sinn der Debatte vorbeiführen."

Die Opposition warnt bereits vor Zugriffen auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk: Wenn kritische Journalisten mit Entlassung bedroht würden, „ist eine rote Linie überschritten“, sagte etwa SPÖ-Klubchef Andreas Schieder. Einschüchterungen seitens der FPÖ und Versuche, die Medien-Freiheit zu beschränken seien inakzeptabel. Schieder sah in den immer wiederkehrenden FPÖ-Angriffen auf Reporter „Journalisten-Bashing“ und warf gleichzeitig der ÖVP vor, nur auf „Message Control“ aus zu sein.

Liste Pilz-Mandatar Alfred Noll meldete sich ebenfalls zu Wort: "Die Ankündigung Norbert Stegers, ein Drittel der ORF-Auslandskorrespondenten zu streichen, 'wenn diese sich nicht korrekt verhalten‘, macht Norbert Steger für alle weiteren Positionen unmöglich“, sagte Noll. Auch die Journalistengewerkschaft in der GPA-djp stellte sich hinter den ORF.