© Im Kinsky Kunstauktionen

Kultur
12/05/2011

Folgerecht: Ab 2012 verdienen die Erben mit

Ab 1. Jänner 2012 wird auch für Kunstwerke, deren Urheber kürzer als 70 Jahre tot sind, die so genannte Folgerechtsabgabe eingehoben.

Ein Bild des am 15. Juli 2011 verstorbenen Markus Prachensky ist in der Kinsky-Auktion noch ohne den ungeliebten Aufpreis zu haben: Ab 1. Jänner 2012 wird auch für Kunstwerke, deren Urheber kürzer als 70 Jahre tot sind, die so genannte Folgerechtsabgabe eingehoben.
Seit 2006 waren in Österreich Werke lebender Künstler, die nach dem Erstverkauf erneut den Besitzer wechselten, abgabepflichtig: Die Frist zur vollständigen Einführung der 2001 erlassenen EU-Richtlinie wurde mehrmals verschoben bzw. abgemildert. Bei Werken mit einem Preis von 2500 - 50.000 Euro sind vier Prozent Abgabe fällig, darüber sind die Aufschläge gestaffelt, die maximale Abgabe beträgt 12.500 Euro.

Das Folgerecht soll Künstler von der Wertsteigerung ihrer Werke profitieren lassen (Arbeiten, die direkt aus dem Atelier von einer Galerie verkauft werden, sind abgabenfrei). Laut einer Analyse des Instituts für höhere Studien (IHS) kamen im Zeitraum 2006 - 2008 aber nur zwei Prozent der heimischen Künstler (131 von insgesamt 6767) in den Genuss einer Vergütung. Die Ausweitung auf verstorbene Künstler würde den Kreis der Bezugsberechtigten nun erhöhen. Doch Kunsthandel und Auktionshäuser klagen über den hohen Aufwand bei der Feststellung der berechtigten Erben und fürchten Standortnachteile gegenüber Nicht-EU-Ländern, insbesondere der Schweiz.

Günter Schönberger, Geschäftsführer der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst (VBK), hält die Angst vor einem Untergang des österreichischen Kunstmarktes für überzogen. Bei der Erbensuche könne seine Organisation effizient helfen, erklärt er. Der VBK-Chef kann sich auch vorstellen, Teile der anfallenden Abgaben in einen Fonds zur
Förderung junger Künstler einzubringen.

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