Kultur
05.12.2011

Faymann: 2,4 Millionen Euro für Boulevard

Insgesamt fließen pro Jahr knapp vier Millionen aus dem Kanzleramt in Printinserate. 2,4 Millionen davon gehen jährlich an Boulevardzeitungen.

Rund 2,4 Millionen Euro steckt Bundeskanzler Werner Faymann jährlich in die großen Boulevardblätter, schätzt die im Kanzleramt für die Inseratenvergabe verantwortliche Mitarbeiterin auf APA-Anfrage. Eine genaue parlamentarische Anfrage des mittlerweile von der FPÖ ausgeschlossenen Nationalratsabgeordneten Werner Königshofer nach "Einschaltungen, gegliedert nach Medien und Betragshöhe" beantwortete Faymann allerdings nicht. Nur soviel: Im Vorjahr hat das Kanzleramt um knapp vier Millionen Euro inseriert, eine detaillierte Kostenaufstellung wurde - anders als bei anderen Ressorts - aber nicht mitgeliefert.

Laut Kanzleramt inseriere Faymann in sämtlichen österreichischen Medien, je nach Thema. Eine detaillierte Auflistung sämtlicher Inserate würde allerdings den Rahmen einer parlamentarischen Anfragebeantwortung sprengen. "Das wären 25 oder mehr Seiten, die wenig aussagekräftig wären", hieß es. In Summe hat Faymann in den vergangenen zwei Jahren um knapp acht Millionen Euro Einschaltungen getätigt. Im Jahr 2009 waren es 3,910.166,40 und im Vorjahr 3,958.144,15 Millionen Euro.

Werbebudget nur für Printmedien

Natürlich greife auch das Kanzleramt, um möglichst viele Leute breit zu informieren, vor allem auf die "reichweitenstärksten Medien" zurück, sprich Kronen Zeitung, Heute und Österreich. Auf APA-Anfrage schätzte man diesen Anteil auf rund 2,4 Millionen Euro. Grundsätzlich sei bei der Überlegung, in welchem Medium in welchem Umfang inseriert werde, meistens auch die bundesweite Verbreitung ausschlaggebend: "Wenn ich weiß, dass ich mit einem Medium nur die Menschen im Westen erreiche, aber für eine möglichst flächendeckende Informationsverbreitung sorgen soll, dann entscheide ich mich für ein anderes Medium", hieß es. Das dürfte wohl erklären, weshalb die reichweitenstarke Kleine Zeitung bei der Inseratenvergabe des Kanzleramts nicht an einer der vorderen Stellen rangiert.

Faymanns komplettes Werbebudget fließt übrigens in Printmedien. In elektronischen Medien werbe man nicht - weder bei privaten Sendern noch beim ORF, hieß es.