Karlheinz Essl

© KURIER/Gilbert Novy

museum
08/29/2014

Essl stellt Weichen für Kunst-Verkauf

Die Stifter der Sammlung Essl gründeten eine neue Firma. Die Kunststiftung hat eine Lizenz zum Abbau.

von Michael Huber, Kid Möchel

Karlheinz Essl, baumax- und Museumsgründer, strukturiert seine Kunstaktivitäten vor dem Hintergrund nötiger Verkäufe neu. Im Firmenbuch wurde mit 27. August eine "SE-Sammlung Essl GmbH" eingetragen, deren Geschäftszweck unter anderem "der Erwerb, die Veräußerung und die Verwaltung von Kunstwerken" ist. Die Gesellschaft könnte als Vehikel zur Aufspaltung der Sammlung oder auch zum Umbau des Museumsbetriebs dienen. Die neue Firma gehört zu 61,28 Prozent der "Karlheinz und Agnes Essl Privatstiftung", zu 38,72 Prozent der Privatstiftung von Essls Sohn Martin und seiner Frau. Auch die restauratorische Betreuung, die wissenschaftliche Bearbeitung und die Abwicklung von Leihgaben fällt laut Gesellschaftsvertrag in ihren Tätigkeitsbereich.

Ersatzlos gestrichen

Seit der Bund Anfang April das Angebot ausschlug, Essls rund 4900 Werke umfassende Kunstsammlung anzukaufen, ist die Sammlerfamilie auf der Suche nach einem "Plan B". Wie ein dem KURIER vorliegender Notariatsakt belegt, ließen Karlheinz, Agnes und Martin Essl am 25. April 2014 die Satzung der "Sammlung Essl gemeinnützigen Privatstiftung", der Trägerinstitution der Kunstbestände, ändern: Der Passus "Die Substanz des Stiftungsvermögens darf durch die Realisierung des Stiftungszweckes nicht geschmälert werden. Etwaige Verluste sind dementsprechend durch nachfolgende Gewinne auszugleichen" wurde ersatzlos gestrichen. Damit wurde einem Verkauf der Kunstwerke die Lizenz erteilt.

Die gemeinnützige Privatstiftung wurde 2012 aus dem baumax-Konzern gelöst; wegen einer fünfjährigen Nachhaftungsfrist ist die Kunstsammlung aber weiterhin mit dem Schicksal der angeschlagenen Baumarktkette verbunden. Das Handelsblatt berichtete unter Berufung auf anonyme Quellen, dass eine baldige "Filetierung" der internationalen Kunst aus der Essl-Sammlung wahrscheinlich sei; diese Bestände seien rund 100 Mio. Euro wert. Denkbar ist, dass Essl Investoren sucht, die sich an der neuen GmbH beteiligen und den Betrieb im Essl Museum stützen. Bisher war der Betrieb in der "Sammlung Essl Kunst Verwaltungs GmbH" aufgehoben, eine Tochter der "Sammlung Essl Holding GmbH". An dieser halten die Stiftungen von Karlheinz, Agnes und Martin Essl die gleichen Anteile wie an der neuen GmbH. Die Familie Essl war für keine Stellungnahme zu erreichen.

Die Preziosen der Sammlung Essl

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