Der King: Sein Gesangsstil war einzigartig, seine Fähigkeiten als Performer waren bemerkenswert – und auch im weißen Glitzerstrampelanzug wirkte er nie lächerlich

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80 Jahre Elvis
01/06/2015

Der König im Herzbruch-Hotel

Vor 80 Jahren wurde in East Tupelo, Mississippi, Elvis Presley geboren. Sterben wird er nie.

von Guido Tartarotti

Am Donnerstag vor 80 Jahren kam in East Tupelo, Mississippi, Elvis Aaron Presley zur Welt.

(Es gibt Menschen, die behaupten, dass er nur 42 Jahre später in Memphis, Tennessee, starb. Wir alle wissen, dass das Unsinn ist. Elvis lebt. Jedes Jahr wird er irgendwo gesichtet, meistens als Gast eines Hamburger-Lokals in der Nähe von Des Moines, Iowa, oder als Minigolfplatzbesitzer auf den Osterinseln, oder als Tankwart und Yogatrainer in Litschau. Noch in 200 Jahren wird man ihn irgendwo sehen.)

Elvis hatte einen Zwillingsbruder, der tot geboren wurde. Hobbypsychologen nehmen das als Lizenz zur Ferndiagnose: Elvis sei ein Getriebener gewesen, auf der Suche nach seiner verlorenen zweiten Hälfte. Tatsache ist: Elvis wuchs als sehr behütetes Einzelkind auf.

Weiß und schwarz

Seine musikalische Nahrung lieferten die Country-Radiosender und die Kirchenlieder. Elvis sang im Chor und fiel früh durch Talent auf. Als seine Familie in eine ärmere Wohngegend übersiedelte, freundete er sich mit afroamerikanischen Kindern an, besuchte die Gottesdienste der schwarzen Gemeinden und lernte den Blues kennen und lieben.

Entdeckt wurde Elvis 1954, und zwar natürlich von Sam Phillips, in dessen Studio "Sun Records" Presley auf eigene Kosten einige Lieder aufnahm. Im Zusammenspiel mit dem Gitarristen Scotty Moore und dem Bassisten Bill Black entwickelte er seinen Stil: Country fusioniert mit Rhythm & Blues. Die erste Single "That’s All Right Mama" wurde ein Radiohit. "Heartbreak Hotel", 1956 für RCA eingespielt, war dann der große Durchbruch.

Von seinen ersten Auftritten an fiel Elvis durch seine Hüft- und Beinbewegungen auf. Diese wurden sexuell interpretiert, sorgten für Hysterie und später, in TV-Sendungen wie der "Ed-Sullivan-Show", für Skandale. Heutige Fast-nackt-Künstler wie Miley Cyrus würden ihr Publikum eher verstören, würden sie zur Abwechslung komplett angezogen auftreten.

Bilder: Sein Leben im Schnelldurchlauf

Elvis-O-Rama (I)

USA 30TH ANNIVERSARY OF ELVIS'S DEATH

Photo of Elvis Presley

**FILE** Elvis Presley poses in this handout 1957 …

FILE - This 1972 file photo shows Elvis Presley d…

Tennessee, USA, Graceland…

Glückliche kleine Familie: Elvis und Priscilla Presley präsentieren Tochter Lisa Marie wenige Tage nach ihrer Geburt.

Elvis Presley with Wife and Newborn Daughter

Elvis Presley

Priscilla Presley

BRITAIN - MUSIC - ELVIS PRESLEY

Elvis Presley / Zum 20. Todestag

Elvis Presley in weissem kostüm

Elvis Presley Grab.jpg

**FOR USE AS DESIRED IN CONNECTION WITH THE 30TH A…

Sackgasse

Nach Militärdienst und einer Reihe von großteils sehr seichten Filmen geriet seine Karriere in den Sechzigerjahren in eine Sackgasse. Intellektuellen Protestsängern wie Bob Dylan einerseits und der "british invasion" von Beatles und Rolling Stones andererseits hatte er nichts entgegenzusetzen.

Sein "Comeback Special" im Fernsehen Ende 1968 überraschte daher alle: Rechtzeitig zum ersten Revival des Rock ’n’ Roll röhrte er im hautengen schwarzen Lederanzug Rocksongs, sah dabei unglaublich gut aus und sang besser denn je.

Danach kamen die Strampelanzüge, die Riesengürtel, "Aloha from Hawaii" (die erste weltweite Satellitenübertragung), Las Vegas, die vergoldeten Flugzeugtoilettenbrillen, die Drogen, die viel zu vielen Erdnussbuttersandwiches. Und angeblich am 16. August 1977 der plötzlich Herztod ... aber das haben wir ja schon eingangs besprochen.

Gefährlich

Warum ist er der Größte, der King, der über eine Milliarde Tonträger verkaufte? Weil er ein brillanter Sänger und begnadeter Performer war; weil er großartig aussah (manche meinen, sein Gesicht sehe gleichzeitig männlich und feminin aus); weil er, selbst als er dick wurde und schwitzte, nie lächerlich, sondern immer gefährlich wirkte.

Und natürlich deshalb (wie es John Lennon ausdrückte): Vor Elvis gab es nichts.

Zahlen, Daten, Fakten

Geld Elvis „verdient“ derzeit etwa 45 Millionen Euro pro Jahr. Damit ist er der am zweitbesten bezahlte tote Star, nach Michael Jackson.

Tonträger Schon vor knapp zehn Jahren überschritt Elvis die Grenze von einer Milliarde verkaufter Tonträger. Wie viele es derzeit sind, ist kaum zu berechnen. Tatsache ist: Niemand hat mehr Platten verkauft als er.

Aufnahmen Elvis hat mehr als 40 Studioalben eingespielt und 711 Songs aufgenommen. Elvis komponierte und textete nicht selbst (obwohl er aus rechtlichen Gründen manchmal als Co-Autor genannt wurde), suchte aber seine Songs (129 Autoren schrieben für ihn) selbst aus und änderte die Arrangements stark ab.

Elvis zum Nachhören

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