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Kultur
12/05/2011

Elmar Wepper als grantelnder Taxler

Im KURIER-Interview erzählt Wepper über seine Rolle im Kinofilm "Dreiviertelmond", Aggressionen, Ruhe und Mel Gibson.

von Susanne Lintl

Er ist so, wie man ihn aus dem TV kennt: Ein Bayer, der Tacheles redet. Der gern kocht (jeden Sonntagnachmittag im Bayerischen Fernsehen mit Alfons Schuhbeck) und gern isst ("Das sieht man"): Elmar Wepper verstellt sich nicht. Echt und unverfälscht ist er am besten. Der 67-Jährige ist gerade auf Tour durch ausgewählte Städte, um seinen Film "Dreiviertelmond" zu promoten. Den zweiten Kinofilm nach Doris Dörries "Kirschblüten Hanami", in dem er sich als krebskranker Witwer die Seele aus dem Leib spielte und dafür mit Preisen überhäuft wurde. Auch in "Dreiviertelmond", der Geschichte eines mürrischen, ausländerfeindlichen Taxifahrers, der ausgerechnet in der Beziehung zu einem kleinen türkischen Mädchen seinen guten Kern entdeckt, hat Wepper sein Herz hineingelegt.

Vertrauen

"Es ist eine Frage des Vertrauens, sich in eine so emotionale Figur wie den Rudi oder hier den Hartmut hineinfallen zu lassen. Eine Frage des Vertrauens zum Regisseur." Dieser müsse bereit sein, auf die unterschiedlichen Wesensarten und Befindlichkeiten seiner Schauspieler einzugehen. "Und dadurch die Qualität, die jeder Schauspieler hat, freisetzen". Sowohl Doris Dörrie als auch Christian Zübert bei "Dreiviertelmond" hätten ihm diesen Mut, "diese Sicherheit" gegeben.

Von dem grantigen Taxler Hartmut Mackowiak stecke nur wenig in ihm, sagt Wepper: "Ich bin nicht so ein unleidlicher Mensch. Nicht so voll latenter Aggression und so selbstgerecht, dass ich alle anderen für meine Misere verantwortlich machen würde." Aber gerade, weil "die Figur des Hartmut nicht so ist wie ich selbst, muss ich versuchen, sie zu verinnerlichen. Das geht gar nicht zu sagen: Jetzt spiel' ich einen, der mir total fremd ist".

Im Gegensatz zu seinem älteren Bruder Fritz, der sich in der Welt des Glamours zuhause fühlt, mag Elmar die Ruhe: "Ich brauch' keine Partys. Da sitz' ich lieber daheim bei meiner Frau oder geh' mit dem Hund spazieren". Wepper ist übrigens die deutsche Synchronstimme Mel Gibsons. Als Gibson einmal in München war, gingen die beiden in den Bayerischen Hof essen: "Weißwurst, Milzwurst, er hat alles gekostet". Und er hat Wepper eine Riesenflasche Whisky geschenkt. "Mit der Aufschrift 'Get toasted, Elmar. Thanks, Mel.' Die steht zuhause. Die trink' ich mein Lebtag nicht aus."