Eine eiserne Lady und ihr Gossenprinz bei der medialen "Sauhatz"

salon5…
Foto: Nick Mangafas Zentralgestirn von „Carambolage“: Mutter Dornstrauch (Isabella Wolf) und Sohn (Raphael von Bargen)<span> </span>

Die Kooperation des Salon5 mit dem Theater Nestroyhof Hamakom startet mit der Uraufführung von "Carambolage".

Vielversprechender Beginn für Regisseurin Anna Maria Krassnigg und ihren Salon5 im Nestroyhof Hamakom: "Carambolage" ist ein kluges Endspiel zwischen Mutter und Sohn auf der Kommandobrücke eines Medienimperiums. Sie, Dornstrauch, hat die Maschinerie aufgebaut. Er, Enrique, setzt mit Videoblogs aus den Hinterzimmern der Society all das aufs Spiel.

Denn die Praktiken des "Gossenprinzen" werden vom integren Aufdecker Brand, noch dazu in einem Dornstrauch-Blatt, publik gemacht. Die eiserne Lady, eindrucksvoll kalt gespielt von Isabella Wolf, feuert Brand (Murali Perumal). Zudem ist sie des Spielens auf dem Medienklavier müde.

Aber Enrique will weder Party und Drogen, noch die "mediale Sauhatz als demokratisch-zeitgemäßer Volkssport" zugunsten der Firma aufgeben. Raphael von Bargen spielt den rastlosen Hipster vibrierend und virtuos.

Szenenfotos aus "Carambolage"

Raphael von Bargen, Isabella Wolf, Martin Schwanda, Murali Perumal, Petra Staduan Das Bühnenbild im Nestroyhof Hamakom, mit weiblichen Silhouetten im Hintergrund (Bühne:
Lydia Hofmann)
  Isabella Wolf Isabella Wolf und Petra Staduan Murali Perumal und Isabella Wolf Isabella Wolf, Murali Perumal Raphael von Bargen Raphael von Bargen Isabella Wolf Martin Schwanda und Isabella Wolf Petra Staduan, Martin Schwanda, Raphael von Bargen Martin Schwanda, Raphael von Bargen,im Hintergrund: Petra Staduan Martin Schwanda, Raphael von Bargen, Petra Staduan, Isabella Wolf Raphael von Bargen Isabella Wolf und Raphael von Bargen
 

Wie Billardkugeln

Die phantomhafte Autorin Anna Poloni ("Camera Clara") hat die Hamlet-Konstellation mit kühlen Dialogen ausgestattet. Die Musik (exaltiert: von Bargen, berückend arienhaft: Petra Staduan als "Engel") kann nicht ganz darüber hinwegtäuschen, dass der Text ein paar Striche vertragen hätte.

Wie der Titel andeutet, wirken die Akteure (Martin Schwanda als korrupte Vaterfigur) wie Billardkugeln. Jeder rollt alleine, ändert die Richtung erst bei einem schmerzhaften Aufprall. Nur wer hat dieses Spiel überhaupt noch in der Hand?

KURIER-Wertung:

INFO: "Carambolage oder Der schwarze Punkt" von Anna Poloni. Schauspiel mit Musik. Regie: Anna Maria Krassnigg; Musik: Christian Mair; Mit: Isabella Wolf, Martin Schwanda, Raphael von Bargen, Murali Perumal, Petra Staduan
Salon5 im Theater Nestroyhof Hamakom, Nestroyplatz 1, Wien 2. Bis 18. Oktober 2014. Beginn: 20:00 Uhr / Einführung: 19:30 Uhr

TIPP: Auf der Website des Salon5 wurden die Proben zum Stück mit dem Blog "Zwischenstöße" begleitet.

www.hamakom.at 

(kurier) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?