© Christian Stipkovits

Dillon
04/26/2014

Getrieben von Verzweiflung

Indie-Star Dillon stellt auf FM4 ihr neues Album "The Unknown" vor.

von Brigitte Schokarth

Sie ist mit dem Zug gefahren, weggeflogen, jeden Abend ausgegangen – aber nichts fruchtete. Nachdem die in Berlin lebende Brasilianerin Dillon mit ihrem Debüt-Album "The Silence Kills" zur Heldin der Indie-Szene aufgestiegen war, war die Fähigkeit, Songs zu schreiben, wie weggeblasen.

"Es war fürchterlich", erzählt die 25-Jährige im Interview mit dem KURIER. "Ich habe sogar probiert, andere Sachen zu essen. Aber nichts hat geholfen. Es gab einfach nichts mehr, dass mich so berührt hat, dass ich darüber einen Song schreiben wollte."

Trotzdem ist soeben ihr zweites Album "The Unknown" erschienen. Wieder paart die als Dominique Dillon de Byington geborene Musikerin dabei fortschrittliche Elektronik mit ihrem brüchigen Pianospiel und dem ungeschliffenen, eindringlichen Gesang.

Wobei die Songs von "The Unknown" aber Stille und die Spannung von Pausen noch mehr würdigen als die von "The Silence Kills". Das, sagt Dillon, liege daran, dass sie die Inspiration erst zurückholen konnte, als sie die Perspektive wechselte.

Mehr Raum

"Bis dahin hatte ich das Außen nach innen gebracht, darüber geschrieben, was Dinge, die ich sehe, in mir auslösen. Erst als ich von innen nach außen ging, in der Musik ausgedrückt habe, was in mir vorgeht, war die Schreibblockade weg. Für diese neue Art von Songs hatte ich aber das Gefühl, mehr Raum und Platz für meinen Gesang zu brauchen."

Musikalisch ist Dillon ein Spätzünder. In einem Elternhaus mit fünf Kindern gab es zwar jede Menge Musik. Für Dillon aber keine Parallele zwischen dem Musikhören und dem Musikmachen.

Das änderte sich erst, als Dillon 16 war und sie sich aus Verzweiflung ans Klavier setzte: "Ich war in der Schule gelangweilt und unzufrieden. Deshalb habe ich mich von allem distanziert. Ich habe diese Belanglosigkeit nicht mehr ausgehalten. Zum Beispiel, dass man Leute trifft, nur weil sich das irgendwann als selbstverständlich etabliert hat. Danach blieben aber nicht mehr viele Freundschaften übrig und ich war sehr einsam."

Diese Verzweiflung ist nach wie vor in ihrer Musik präsent. Wie sehr, kann man Montagabend (28. April) hören, wenn FM4 ab 19.00 Uhr in der Homebase die Radio-Session mit Dillon ausstrahlt.

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