2012 ist das Jahr der Rolling Stones – gefeiert wird das Band-Jubiläum. Mit "The Rolling Stones: 50" erscheint am 12. Juli der wohl persönlichste Bildband, der je über die Band gemacht wurde:
Gezeigt werden rund 700 Abbildungen, Dokumente und Zeitungsartikel aus den Archiven der Band sowie großer englischer Zeitungen. Ein Großteil des Materials wird in diesem Buch erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Bild zum Plakat der Europa-Tour, 28. April bis 23. Juni 1976

© Mirrorpix

Rolling Stones
11/08/2012

Die Stones veröffentlichen ihre Kronjuwelen

"Grrr!" nennt sich eine nun vorliegende "Super Deluxe Box", die die größten Hits der Band vereint - inklusive Buch, Postkarten und Pipapo.

Zehn Jahre nach "Fourty Licks" bringen die Rolling Stones morgen, Freitag, eine weitere Werkschau in den Handel. "Grrr!" enthält die Kronjuwelen der britischen Band, also die großen Hits und die wichtigen Klassiker. Außerdem gibt es wenigstens zwei neue, ordentliche Songs. Fans werden tiefer in die Taschen greifen müssen, denn Raritäten findet man nur in der hochpreisigen "Super Deluxe Edition Box".

Die Doppel-CD- und Dreifach-CD-Standard-Versionen (50 Hits zum 50-jährigen Bandjubiläum) richten sich an "Laufkundschaft" und geben einen perfekten musikalischen Überblick über das Schaffen der Stones (v.a. wenn man noch kein "Greatest Hits" besitzt). Die Songauswahl ist gelungen, wenn auch konservativ, und zieht chronologisch die Karriere nach. Eine Dreifach-CD-Deluxe-Edition enthält ein Buch und fünf Postkarten. Wirklich opulent - auch was das Format der Verpackung betrifft - wurde die "Super Deluxe Box Set Edition" gestaltet.

In der Schachtel - das Cover wurde von Walton Ford gezeichnet, langjähriger kreativer Begleiter der Gruppe - stecken vier Scheiben mit insgesamt 80 Songs, eine weitere CD mit audiotechnisch auf den neuesten Stand gebrachten, bisher unveröffentlichten Demos aus dem Jahr 1963 (ein guter Eindruck vom ursprünglichen Stil der Formation). Dazu kommen noch eine Vinyl-Single mit vier Mitschnitten von BBC-Sessions, Reprints von Konzertplakaten im Postkartenformat, ein größerer Nachdruck eines frühen Konzertplakates und ein 42 Zentimeter hohes Buch im Stones-Größenwahn (hauptsächlich sind Memorabilien zu sehen).

"Doom And Gloom", einer der neuen Songs und erste Single, war dem Vernehmen nach einigen österreichischen Radiostationen zu "hart" (was für die Stones, nicht für das heimische Radio spricht). Am Freitag geht mit dem von Richards komponierten ruhigeren "One More Shot" der zweite Song an die Stationen. "Als Mick (Jagger, Anmerkung) und ich uns angesehen haben, sind die Jahre weggeschmolzen", erzählte Richards dem britischen Magazin "Q" über die jüngsten Aufnahmesessions.

"Wir haben nur drei Tage gebraucht, um die beiden Stücke einzuspielen. Das ist für Stones-Verhältnisse sehr flott", so der Gitarrist zu "Q". Es handelt sich um das erste frische Material seit der LP "A Bigger Bang" von 2005. Zum runden Geburtstag gibt die Gruppe nicht nur vier spezielle, ausverkaufte Konzerte (mit extrem hohen Ticketpreisen), sondern hat auch die Archive geöffnet. Unter http://www.rollingstones.com kann man recht günstig Mitschnitte von legendären Shows herunterladen.
 

Charlie Is My Darling

"Es gibt einfachere Wege, Geld zu verdienen", sagt Bill Wyman, damals Bassist der Rolling Stones, im Film "Charlie Is My Darling", über das Touren. Ja, das Leben der frisch gebackenen Rockstars war damals, 1965, nicht leicht. Gitarrist Keith Richards etwa musste sich gegen Mädchen verteidigen, die ihm am Flughafen die Haare ausrissen. Überhaupt war noch alles anders: Fans konnten ungehindert die Bühne stürmen, während die Gruppe weiterspielte, bis die einzelnen Mitglieder umgeworfen wurden. Die Dokumentation über die frühen Jahre der Stones kommt am Freitag in liebevoll restaurierter Fassung in den Handel.

"Charlie Is My Darling" wurde 1965 während einer kurze Irland-Tournee gedreht, eine Woche nachdem "(I Can't Get No) Satisfaction" erschienen war. Die Stones präsentierten sich damals als erdige Blues-Rockband - fünf Mann, vier Instrumente, keine Bühnenshow (außer Sänger Mick Jagger, schon seinerzeit der perfekte Frontman). Die Live-Aufnahmen sind fantastisch, aber auch die Backstage-Einblicke machen Spaß: Wenn etwa Richards am Klavier Elvis Presley imitiert, die Gruppe Beatles-Songs jammt oder Brian Jones (Gitarre) in die Kamera sagt: "Die Zukunft als Rolling Stone ist sehr unsicher."

Die schwarz-weiße, sehr authentische Doku wurde in der knapp halbstündigen Urform nie offiziell veröffentlicht. Es gab eine von Manager Andrew Loog Oldham erweiterte Fassung, die aber erst in den 80er-Jahren gezeigt wurde und ebenso wie die Erstversion nur als Bootleg zu haben war. Beide Versionen sind auf der herausgebrachten DVD und Blu-Ray ebenso enthalten wie eine neu produzierte dritte Fassung - und diese ist gelungen. Zumal neues, damals geschnittenes Material dazugenommen und der komplette Film mühevoll digital restauriert wurde.

Im Kino - und später auf DVD/Blu-Ray - kann man bald die neue Dokumentation "Crossfire Hurricane" über die ersten 20 Jahre der 50-jährigen Bandgeschichte sehen.

jRodNxDEiYc

 

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare