Die erste Anlaufstelle: Viele Bauherren informieren sich in der großen Bibliothek des Architekturzentrums über neue Trends und Altbewährtes

© Pez Hejduk

Kulturpolitik
02/20/2013

"Die Politiker lassen uns finanziell verhungern"

Existenzängste im MQ: Das Architekturzentrum Wien beklagt ein Budget, das mit 2,8 Mio. Euro geringer ist als 2001.

von Werner Rosenberger

Der Appell könnte dramatischer nicht sein: Just zum 20-Jahr-Jubiläum meldet das Architekturzentrum Wien (AzW) für 2012 so viele Besucher (72.000; + 14 %) wie nie zuvor und beklagt ein Budget, das mit 2,8 Mio. € geringer ist als 2001. Seither haben sich die Betriebskosten aber verdreifacht. „Es geht nicht mehr. Wir können unsere Aufgaben mit dem Budget nicht mehr erfüllen“, sagt AzW-Vorstandspräsident Hannes Pflaum. „Die Zukunft des AzW ist eine Frage des politischen Willens. Und der fehlt. Wir verhungern am ausgestreckten Arm.“

Von der Stadt Wien erhält das AzW 1,45 Mio. €. Dass der Bund – seit den 90er-Jahren nicht valorisiert – nur 360.000 € beisteuert, nennt Pflaum „Schweigegeld, um einen medialen Aufstand zu vermeiden. Wir stellen daher an die Politik die Gretchenfrage: Wie hältst du es mit der Architektur?“ Auch AzW-Direktor Dietmar Steiner warnt vor einer Reduktion der Forschungs-, Veranstaltungs- und Ausstellungstätigkeit. Der Roland-Rainer-Nachlass könne nicht erworben werden. Dass Stadt Wien wie Bund daran ebenso wenig Interesse zeigen wie an der Übernahme des Architekturfoto-Archivs von Margherita Spiluttini, sei schon „bösartige Ignoranz“, so Steiner.

Die AzW-Ausstellungshalle sei künftig zeitweise zu mieten: „Vielleicht findet sich ein Teppichhändler oder ein Erotik-Shop-Betreiber.“

„Das Gold des AzW. Die Sammlung“ wird ab 21. 3. gezeigt. Die zweite für heuer geplante Ausstellung („Think global, act social“) wurde wegen der finanziellen Hungerkur auf 2014 verschoben.

www.azw.at

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