Kultur 05.12.2011

Die "New York Times" kauft sich wieder frei

© Bild: Reuters/KEVIN LAM

2009 bewahrte der mexikanische Milliardär Carlos Slim das Traditionsblatt mit 250 Milliarden US-Dollar vor der Insolvenz. Nun ist der Kredit getilgt.

Ausgerechnet der laut Forbes Magazine reichste Mensch der Welt bewahrte die New York Times-Zeitungsgruppe 2009 mit 250 Millionen Dollar (damals 190 Millionen Euro) vor der Insolvenz. Carlos Slim, der es mit Telekommunikationsdiensten zu einem geschätzten Vermögen von 60 Milliarden Dollar gebracht hat, war bereits im September 2008 bei der angesehenen "Times" eingestiegen. Das Traditionsblatt hatte stark unter der Wirschaftskrise zu leiden. Damals holte sich Slim 6,9 Prozent der börsennotierten Anteile für 127 Millionen Dollar. Bei den Mitarbeitern herrschte Untergangsstimmung, obwohl die Eigentümer-Familie Sulzberger sagte, Slim werde sich nicht in die Leitung einmischen.

Das traditionsreiche Zeitungshaus musste seitdem an vielem sparen. Für Aufsehen sorgte etwa, dass die "Times" ihr neues Firmengebäude verkaufen und zurückmieten musste. Selbst der Firmenflieger wurde verkauft. Um Schulden abzubauen, senkte das Medienunternehmen auch seine Dividende im November 2008 um drei Viertel. Der Mexikaner hat für das investierte Geld jährlich Zinsen in Höhe von etwas mehr als 14 Prozent erhalten.

Vorzeitige Rückzahlung

Doch jetzt ist der Kredit getilgt. Angekündigt war die 2015 fällige Rückzahlung für 2012. Aber bereits am 15. August konnte die "Times" den Kredit zurückzahlen, sagte ein Sprecher des Verlags zur Süddeutschen Zeitung. Die New York Times Company war mit der Freudenbotschaft nicht an die Öffentlichkeit getreten. Gegenüber den Mitarbeitern begründeten sie die Rückzahlung im Juli damit, dass es dem Unternehmen wegen zahlreicher Maßnahmen der vergangenen Jahre finanziell besser gehe, schreibt die "Süddeutsche". Slim bleibt zweitgrößter Aktionär, hat laut der SZ aber nur stimmlose Aktien. In dem renommierten Verlag erscheinen auch der Boston Globe, die International Herald Tribune und 16 weitere Tageszeitungen.

Erstellt am 05.12.2011