Kultur
05.12.2011

Die Mendt ist 65: "Glock'n" läutet weiterhin

Vor 40 Jahren avancierte Marianne Mendt mit ihrem Hit "Wie a Glock'n" zur Mutterfigur des Austro-Pop.

Als 25-Jährige landete die gebürtige Wienerin Marianne Krupicka unter dem Künstlernamen Mendt mit "Wie a Glock'n" einen Hit, der den Anfang einer langen Karriere bedeuten sollte. Die mittlerweile zur "Mutter des Austro-Pop" avancierte Künstlerin kann aber nicht nur auf Erfolge im Musikbusiness zurückblicken, sondern auch etliche Engagements als Schauspielerin vorweisen. Darüber hinaus ist sie als Nachwuchsförderin im Jazz-Bereich sehr umtriebig und veranstaltet seit 2005 das "MM Jazzfestival" in St. Pölten. Am Mittwoch (29. September) feiert "die Mendt" ihren 65. Geburtstag.

Absolutes Gehör

Noch im Mai erklärte Mendt im Gespräch mit der Austria Presse Agentur anlässlich des 40-jährigen "Glock'n"-Jubiläums: "Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. Eigentlich bin ich ja erst 39, wer hat vor 40 Jahren die 'Glock'n' gsungen?" Schon in jungen Jahren wurde der 1945 in Wien geborenen Sängerin das absolute musikalische Gehör bescheinigt. Sie erhielt Klavier- und Gesangsunterricht am Konservatorium in Wien und legte schließlich 1963 die Prüfung zur "gewerkschaftlich geprüften Vortragskünstlerin" ab. Die ersten eigenständigen Gehversuche als Sängerin wagte sie mit der Tanzband "The Internationals", mit der sie in den 1960er Jahren durch Europa tourte.

Durchbruch

1970 kam schließlich der große Durchbruch: Mendt wurde vom 2007 verstorbenen Gerhard Bronner entdeckt und zur Interpretin seiner "Glock'n, die 24 Stunden läut". Die Anfangszeiten des damit geborenen Austro-Pop waren allerdings nicht immer ganz einfach, wie Mendt erklärte: "In Wien wurde ich anfangs als ordinäre Dialektsängerin beschimpft." Mittlerweile kann davon wohl keine Rede mehr sein. 1971 vertrat sie Österreich beim "Eurovision Song Contest" in Dublin mit dem Lied "Musik", erreichte aber nur den 16. und damit drittletzten Platz. Ein Jahr darauf nahm Mendt ihre erste Musicalrolle in "Funny Girl" am Opernhaus Essen an, weitere Engagements in Deutschland und Österreich sollten folgen.

Theater und "Kaisermühlenblues"

Von der Musical- verschlug es die Sängerin auf die Theaterbühne, die sie 1977 zum ersten Mal betrat. Nach etlichen Fernsehauftritten erhielt sie 1978 mit "Mendt & Band" eine eigenen ORF-Sendung. Als Schauspielerin ans Herz gewachsen ist Mendt dem Publikum als Gitti Schimek in der ORF-Serie "Kaisermühlen Blues" von Ernst Hinterberger. Die Rolle, die sie rund acht Jahre lang spielte, brachte ihr bei der Romy-Gala 1994 die Auszeichnung als "beste Schauspielerin" ein. 1995 wurde ihr der "Nestroy-Ring" verliehen und kurz vor ihrem 60. Geburtstag erhielt die Wahlniederösterreicherin das Goldene Wiener Verdienstzeichen.

Jazzfestival

Als Mendts große Leidenschaft kann in den vergangenen Jahren ihr Jazzfestival bezeichnet werden. Sie gründete die "MM Musikwerkstatt", die als Plattform für Profis wie Nachwuchskünstler gedacht ist und initiierte 2005 erstmals das "MM Jazzfestival", das seitdem jedes Jahr Ende September in St. Pölten stattfindet. Bisher traten dort schon nationale wie internationale Jazzgrößen auf, von Joe Zawinul über Count Basic bis Willi Resetarits und das Lower Austrian Country Jazz Orchestra. Eröffnet wird die sechste Ausgabe des Festivals in diesem Jahr genau an Marianne Mendts Geburtstag mit einem Konzert der "MM Band", die von Hannah Gegenhuber (Gesang) und Max Haas (Schlagzeug) begleitet wird, beides Talente aus der "MM Nachwuchsförderung".