Die Katze des Rabbiners will eine Bar-Mizwa

RabbinerKatze.jpg
Foto: avant Verlag Der freie Wille ist der Katze des Rabbiners heilig – vor allem ihr eigener. Was übrigens nicht nur für Rabbiner-Katzen gilt<span> </span>

Das französische Kult-Comic über eine jüdische Katze und ihre Abenteuer im Maghreb.

Dies ist die Geschichte einer sehr selbstbewussten Katze. Genauer gesagt, eines Katers. Um präzise zu sein: eines jüdischen Katers.

Er lebt bei einem frommen Rabbi in einer nordafrikanischen Hafenstadt, der es nicht leicht mit ihm hat. Zuerst frisst der Kater seinen Papagei, weil er ihm auf die Nerven geht. Infolgedessen kann der Kater sprechen und erklärt, er fordere eine Bar-Mizwa, weil er ein jüdischer Kater sei. Dem Rabbiner des Rabbiners, der daraufhin um Rat gefragt wird, erklärt er, er sei Gott, der die in Gestalt einer Katze angenommen habe, um die Menschen zu prüfen. War natürlich nur ein Witz, grinst er, als alle vor Ehrfurcht auf die Knie fallen. Der Kater lügt, sobald er das Maul aufmacht.

xxx… Foto: avant Verlag Joann Sfar: 'Die Katze des Rabbiners.' Sammelband eins. Aus dem Französischen von David Permantier. Avant Verlag. 152 Seiten. 30,80 Euro. Joan Sfars Comic "Die Katze des Rabbiners" ist in Frankreich Kult. Der mehrfach ausgezeichnete 43-jährige Autor vermengt darin Erzählungen aus seinem jüdischen Elternhaus mit orientalischen Märchen und Versatzstücken aus seinem Philosophiestudium. Angesiedelt in der jüdisch-sephardischen Gemeinde im Marokko der 1920er, stellt der Comic unter anderem die Frage, ob in der jüdischen Tradition Hunde mehr gelten als Katzen. Ja, sagt der Rabbiner, weil Hunde ehrlich, offenherzig und bereit seien, für die anderen zu leiden. Was sagt der Kater dazu? "Hunde sind tagaktiv, moralisch, maskulin, beschissen." Weiterer kätzischer Beleg: "Ein Hund beißt dich, läuft dir nach und bellt dich an. Und die Juden ließen sich derart lange beißen, verfolgen und anbellen, dass sie letztendlich die Katzen den Hunden vorzogen."

2010 gab Sfar mit "Gainsbourg – Der Mann, der die Frauen liebte" sein Spielfilmdebüt als Regisseur und Drehbuchautor. Für den Film erhielt Sfar seinen ersten César. 2012 folgte der zweite César für den Animationsfilm "Die Katze des Rabbiners." Nachzulesen ist alles über die Kultkatze nun in einem neuen Sammelband.

(kurier) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?