Totentafel
12/28/2016

Wir vermissen euch. 2016 verstorbene Stars

Eine Erinnerung an Musiker, Schauspieler, Schriftsteller und Sportler, die im abgelaufenen Jahr von uns gegangen sind.

von Stefan Hofer

Ob weise Worte, leise Töne oder Klamauk im TV - Namen wie Umberto Eco, Leonard Cohen und Bud Spencer schenkten vielen Menschen tiefsinnige, unvergessliche und heitere Stunden. Millionen von Fans werden Stars wie Dawid Bowie und Prince, deren musikalischer Ruhm weit über deren Tod hinausreicht, vermissen.

Im Folgenden eine Auswahl von verstorbenen Leinwand-Legenden, Musik-Ikonen und österreichischen Lieblingen.

10. Jänner: David Bowie (geboren 1947)

Der britische Musiker David Bowie, mit vollem Namen David Robert Haywood Jones, ist am 10. Jänner 2016 im Alter von 69 Jahren in New York City im Kreis seiner Familie verstorben. Davor hatte er 18 Monate lang gegen eine Krebserkrankung gekämpft. Bowie zählt zu den einflussreichsten Musikern der vergangenen Jahrzehnte. In der Woche vor seinem Tod hatte Bowie an seinem 69. Geburtstag das Album "Blackstar" herausgebracht.

19. Februar: Umberto Eco (geboren 1932)

Der italienische Schriftsteller und Philosoph Umberto Eco ist am 19. Februar 2016 im Alter von 84 Jahren in Mailand in Italien gestorben. Der Roman "Der Name der Rose" von 1980 hat ihn weltberühmt gemacht.

21. April: Prince (geboren 1958)

Der amerikanische Musiker, Sänger und Produzent Prince, mit vollem Namen Prince Rogers Nelson ist am 21. April 2016 im Alter von 57 Jahren in seinem Anwesen in Chanhassen im US-Bundesstaat Minnesota gestorben. Er starb an einer Überdosis des selbstverabreichten Opioid-Schmerzmittels Fentanyl. Der Sänger und Songwriter war die Pop-Ikone der Achtziger. Zu seinen bekanntesten Songs gehörte "Purple Rain". er Soundtrack zum gleichnamigen Film verkaufte sich alleine in den USA über zehn Millonen Mal und wurde 1985 mit dem Oscar für die beste Filmmusik ausgezeichnet.

3. Juni: Muhammad "The Greatest" Ali (geboren 1942)

Geboren als Cassius Clay, wurde Muhammad Ali 1999 zum Sportler des Jahrhunderts gewählt; er war der einzige Boxer, der drei Mal den Titel „Unumstrittener Boxweltmeister“ gewann; sei bekanntester Kampf war der „Rumble in the Jungle“ in Kinshasa – wo er mit dem Schlachtruf „Ali boma ye“ („Ali, töte ihn!“) angefeuert wurde. Ali war aber auch politisch aktiv, lehnte den Vietnamkrieg ab und unterstützte die Emanzipationsbewegung der Schwarzen.

19. Juni: Götz George (geboren 1938)

Der deutsche Schauspieler Götz George war vor allem als Tatort-Kommissar bekannt, und weil er bei seinem ersten Auftritt als Kommissar Schimanski 1981 "Scheiße" gesagt hat. Zuvor spielte er auch in Winnetou-Filmen mit, sein letzter Kinofilm war "Zettl" mit dem im Vorjahr verstorbenen Regisseur Helmut Dietl.

25. Juni: Manfred Deix (geboren 1949)

Der österreichische Karikaturist Manfred Deix zeichnete die Österreicher, und das war meistens nicht schön anzusehen – aber viel zu oft sehr treffend. Die "Deix-Figuren" sind so charakteristisch, dass sie sogar im Duden gelandet sind. Seine Karikaturen wurden unter anderem in profil, Trend, Stern oder Spiegel gedruckt.

26. Juni: Bud Spencer (geboren 1929)

Carlo Pedersoli wurde 1929 in Neapel geboren, war zunächst professioneller Schwimmer und Olympiateilnehmer, bevor er zu Bud Spencer und im Doppelpack mit Terence Hill berühmt wurde – 18 Filme drehten sie gemeinsam. Nebenbei war Bus Spencer auch Erfinder; unter anderem erfand er ein Jagdgewehr mit drei Läufen.

Auch unzählige weitere Größen wie Zaha Hadid, Roger Cicero, Harper Lee und Nikolaus Harnoncourt sind im abgelaufenen Jahr verstorben. Hier geht es zum ausführlichen Tribut: Die Toten des ersten halben Jahres 2016. Auch in der zweite Jahreshälfte verließen uns viele Persönlichkeiten, die Generationen von Menschen begeisterten.

11. Juli: Peter Fröhlich (geboren 1938)

Jeder kannte ihn als "Bezirksrat Schoitl" aus der beliebten TV-Serie "Kaisermühlen Blues". Als Peter Fritsch am 29. August 1938 in Wiener Neustadt geboren, erhielt der Darsteller seinen späteren Namen angeblich von seinem Freund Franz Antel, der ihn damit treffend charakterisierte. Von den Wiener Kellerbühnen ging es ans Volkstehater und ans Theater an der Josefstadt. Seine Vielfältigkeit unterstrich Fröhlich dadurch, dass er Operetten (wie "Paganini" in Frankfurt) inszenierte und Chansons komponierte.

18. Juli: Ossy Kolmann (geboren 1928)

"Wie heißt's im Lotto? Alles ist möglich!" So lautete das vorabendliche Fernsehversprechen, in die Kamera gezwinkert von Ossy Kolmann, ORF-Kultfigur der 1980er und 90er, jahrzehntelang führender Operetten-"Strizzi" der heimischen Bühnen. Am 10. Jänner 1928 in Wien geboren, spielte er sich mit Paraderollen in Werken Nestroys, Raimunds sowie als Fernsehstar seit den 1950ern in die Herzen des Publikums. Er verstarb nach langer Krankheit am 18. Juli.

13. Oktober: Dario Fo (geboren 1926)

Seine Karriere begann der 1926 in San Giano in der Nähe des Lago Maggiore geborene Possenreißer in den 1950er Jahren. Der politisch äußerst engagierte Theatermann galt als Erneuerer der "Commedia dell'arte". Gemeinsam mit seiner Frau brachte er überwiegend selbst geschriebene Theaterstücke auf die Bühne. 1997 wurde Fo mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Fo ist in der Nacht auf den 13. Oktober in Mailand verstorben.

7. November: Leonard Cohen (geboren 1934)

Geboren wurde Leonard Norman Cohen 1934 als Sprössling einer wohlhabenden jüdischen Familie im kanadischen Montreal. Schon als Kind lernte er Gitarre spiele. Mit seiner rauchigen Stimme, dem tief in die Stirn gezogenen schwarzen Hut und der ihn stets umgebenden Aura tiefster Melancholie galt Cohen als Phänomen, Legende und einer der herausragenden Songschreiber aller Zeiten. Songs wie "Suzanne", "So Long, Marianne" und "Hallelujah" gelten längst als Klassiker.

Zum Cohen-Nachruf auf KURIER: "Der Poet der leisen Töne"

11. November: Ilse Aichinger (geboren 1921)

Ilse Aichinger ist wenige Tage nach ihrem 95. Geburtstag in Wien gestorben. Mit ihren Erzählungen, Gedichten und Hörspielen sowie Kurzfeuilletons "Unglaubwürdige Reisen" und "Journal des Verschwindens" eroberte sich die Schriftstellerin einen Ehrenplatz in der österreichischen Literaturgeschichte. Der Durchbruch gelang ihr mit "Spiegelgeschichte", ein Text, der das Leben rückwärts von der Bahre bis zur Wiege erzählt, und für den sie 1952 den Preis der "Gruppe 47" erhielt.

25. Dezember: George Michael (geboren 1963)

Seine Karriere begann George Michael, dessen richtiger Name Georgios Kyriakos Panagiotou lautet, mit seinem Schulfreund Andrew Ridgeley. Sie gründeten das Duo "Wham", das in den 1980-er Jahren für zahlreiche Hits sorgte. Bekanntestes Lied aus dieser Zeit ist der auch heute noch beliebte Weihnachtsschlager "Last Christmas". In den 1990-er Jahren erlebte er viele persönliche Schicksalsschläge - vor allem der Tod seiner Mutter und seines Lebensgefährten stürzten ihn in tiefe Krisen. Wegen seiner Homosexualität bekam er immer wieder Probleme. Insgesamt verkaufte Michael in seiner fast 40 Jahren dauernden Karriere mehr als 100 Millionen Alben weltweit.

27. Dezember: Carrie Fisher (geboren 1956)

Die Rolle der Prinzessin Leia aus der "Star Wars"-Serie hatte die damals erst 20-jährige Fisher berühmt gemacht. 2015 kehrte sie in "Star Wars: Das Erwachen der Macht" in ihrer Paraderolle auf die Leinwand zurück. Die Tochter der Hollywood-Schauspielerin Debbie Reynolds (84) und des Sängers Eddie Fisher (1928-2010) spielte auch in Filmen wie "Blues Brothers" und "Harry und Sally" mit. Fisher hatte vor wenigen Tagen bei der Rückkehr von London nach Los Angeles im Flugzeug eine Herzattacke erlitten und erlag wenige Tage später den Folgen.

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