Kultur
25.03.2012

Das neue Jahr kommt mit dem Frühling

Iraner_innen und Kurd_innen feiern Nouruz bzw. Newroz. Großes kurdisches Fest im Wiener Gasometer

Was lange in weiten Teilen der Welt üblich war, das neue Jahr mit dem Frühling zu beginnen, wenn die Natur zu sprießen beginnt und die Tage wieder länger werden als die Nächte, gilt heute noch in einigen Kulturen. Beispielsweise wird im Iran, in Afghanistan oder von Kurdinnen und Kurden Nouruz bzw. Newroz, was auf Deutsch neuer Tag heißt und sich von einem Wort für Licht ableitet, gefeiert. Wenngleich die Jahreszahlen stark auseinandergehen. So orientiert sich der iranische Kalender am islamischen, beginnt also nach unserem Jahr 622, der Auswanderung des Propheten Mohammed aus Mekka. Dort begann daher das Jahr 1434. Kurd_innen hingegen starteten nun ins Jahr 2624. Der Kalender beginnt hier mit dem Aufstand gegen den diktatorischen König Dehak unter Führung eines Schmieds namens Kawa im Jahr 612 v. Chr.

In der Wiener Gasometerhalle stieg am Sonntag nach dem Frühlingsbeginn ein stundelanges riesiges Fest. Das Kulturprogramm reichte von Kinderchor und –tanzgruppe über eine traditionelle kurdische Tanzgruppe bis hin zur kulturell bunt gemixten Frauenband Roya.

Rund zwei Dutzend Fotos vom Newroz-Fest im Wiener Gasometer in der Bilderstrecke!

Kalender in drei Sprachen

Kurdische Neujahrsfeste, insbesondere in der Türkei bzw. türkisch-kurdischer Gemeinschaften in aller Welt sind in der Regel politischer, da sie mit ihren Festen auch gegen die Unterdrückung ihrer Kultur und Sprache in der Türkei protestieren als andere Nouruz-Feste.

Beim Fest gab’s erstmals auch einen bunten Kalender – in deutscher, türkischer bzw. kurdischer Sprache gegen freiwillig Spenden. Produziert wurde er von einer engagierten Initiative in Wien, die seit den schweren Erdbeben in der kurdischen Großstadt Wan im Osten der Türkei Spenden sammelt, Benefizkonzerte organisiert und nun diesen Kalender erstellte. Mehr als 20.000 Euro konnten bisher jeweils direkt übergeben werden – zumeist für Mehl, bisher 26 Tonnen, um in regionalen Bäckereien Tausende Brote an die in Zelten wohnenden Überlebenden verteilen zu können. Zuvor war es bereits zu mehreren folgenschweren Bränden gekommen, als Menschen versuchten, in den Zelten offenes Feuer zu machen, um Brot zu backen.

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