Jubel für Conchita Wurst bei einem der zahlreichen Neben-Events in Kopenhagen

© ORF/Milenko Badzic

Song Contest
05/08/2014

Der Phönix setzt zum Flug ins Finale an

Conchita Wurst hat am Donnerstag in Dänemark große Chancen auf den Einzug ins Finale des 59. Wettsingens.

von Peter Temel

Die "Wurst" im künstlerischen Nachnamen ist mittlerweile beliebtes Objekt für Interpretationen. Für Conchita Wurst drückt sie aus: "Es ist egal, wie man aussieht oder woher man kommt. Und wenn man eine Frau mit Bart sein will, darf man das. Ohne Diskriminierung."

Glaubt man den Wettanbietern, so dürfte die Kunstfigur aus Österreich am Donnerstag im 2. Halbfinale für den Eurovision Song Contest (ORFeins, 21 Uhr) in Kopenhagen locker unter die ersten zehn kommen, und somit ins Finale des Wettsingens am Samstag einziehen. Es wäre die erste österreichische Finalteilnahme seit Nadine Beiler 2011.

Sucht man nach der letzten Top-10-Platzierung im Finale, muss man weiter zurückblicken. 2003 kam Alf Poier auf Platz 6. Ein Blick auf die Quoten zeigt, dass dieses Ergebnis in Reichweite liegt. Derzeit liegt die Glamour-Lady mit Bart in einer Auswertung der Wettquoten von 21 Wettbüros auf Platz 7.

Aufmerksamkeit

Kein Teilnehmer aus Österreich konnte in den vergangenen Jahren annähernd so viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen wie Tom Neuwirth alias Conchita Wurst. Rund 400 Interviews soll der Modeschulabsolvent aus Gmunden gegeben haben. Am Dienstag war die BBC an der Reihe. Auf deren Website wird gar eine "neue Pop-Ikone" in den Raum gestellt, auch das Rolling Stone-Magazin schrieb positiv und die FAZ hebt in ihrem Online-Tagebuch die stimmlichen Qualitäten der "Reizfigur" hervor.

Über die negativen Reaktionen äußert sich die Sängerin in einem APA-Interview nur knapp: "Die Anfeindungen waren einfach geschmacklos." Damit spielt Wurst auf den Top-Favoriten Aram Mp3 aus Armenien an, der sich mittlerweile entschuldigt hat. Auch aus Russland und Weißrussland waren homophobe Tiraden und Boykott-Aufrufe von Politikern gekommen. Den heimischen Kabarettisten Alf Poier reiht sie einfach "in die Liste der anderen" ein. "Wenn jemand nicht weiß, ob er ein Manderl oder ein Weiberl ist, dann gehört er eher zum Psychotherapeuten als zum Song Contest", hatte Poier abfällig getönt.

"Ich habe darüber noch nicht viel nachgedacht", meint Wurst. Sie hat auch allen Grund zu Gelassenheit. Die Diskussionen um ihre Person dürften ihr mehr genützt als geschadet haben. Im heutigen Halbfinale sehen die Wettanbieter nur Rumänien, Norwegen und Griechenland vor Österreich.

Ihre Power-Ballade mit Bond-Flair "Rise Like A Phoenix" wird Wurst im goldenen Glitzerkleid mit drei Meter langer Schleppe vortragen – fast ohne Choreografie. Für Bewegung sorgen lediglich Flammen auf der LED-Wand, sowie reale Pyroeffekte.

Ein Video von der zweiten Probe in der B&W Hallerne

Die Starter in Semifinale 2

Das weitere Song Contest Programm auf ORFeins

Donnerstag:

20.15: "Conchita - Ihr Weg nach Kopenhagen"
Eine Doku zeigt, wie sich Conchita Wurst auf die Reise nach Dänemark vorbereitet hat: Das Einsingen des Songs, Kleiderproben und ein Besuch der Oma.

21.00: Eurovision Song Contest - Semifinale 2 - Die Präsentation der Songs 1-5

21.30: Semifinale 2 - Die Präsentation der Songs 6-12
Dieser Block wird von Conchita Wurst und ihrem Song "Rise Like A Phoenix" eröffnet

22.00: Semifinale 2 -Präsentation der Songs 13-15

Bis spätestens 23.05 Uhr weiß man, ob Conchita Wurst ins Finale aufgestiegen ist

Samstag: 20.15: "Conchita - ganz persönlich"

Die Sendung beschäftigt sich noch einmal mit dem Halbfinale. Weiters wird Conchita Wurst in ihrem Heimatort in der Steiermark gezeigt, außerdem analysiert sie gemeinsam mit ORF-Kommentator Andi Knoll die wichtigsten ESC-Teilnehmer.

21.00: Finale des Eurovision Song Contest 2014

23.30: Das Voting

0.00: Die Entscheidung des Song Contest
"And here are the results of the Austrian vote", mit diesen Worten meldet sich wieder Kati Bellowitsch, um das österreichische Votingergebnis zu verkünden.

Vom Casting-Teilnehmer zur Song-Contest-Hoffung

Österreichs bisherige Bilanz beim Song Contest

Song Contest: Eine kleine Regelkunde

In 58 Jahren haben sich die Regeln des Eurovision Song Contest immer wieder geändert - mal gab es kleine, mal größere Reformen. Nur eines ist seit immerhin 1975 gleich geblieben: Alle Teilnehmer hoffen auf die Höchstwertung zwölf Punkte. Eine kleine Regelkunde für das ESC-Finale 2014:

- Einen garantierten Startplatz im Finale haben die größten Geldgeber und der Titelverteidiger. 2014 zählen zu diesem Kreis sechs Länder: Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien als "Big Five"-Länder sowie Dänemark als Titelverteidiger und Gastgeber.

- Der Wettbewerbssong darf nicht länger als drei Minuten sein. Politische Botschaften etwa auf T-Shirts oder Bannern, per Handzeichen oder verbal sind verboten. Dabei dürfen maximal sechs Menschen, aber keine Tiere auf der Bühne stehen.

- Alle 37 Länder, die beim diesjährigen ESC teilnehmen, sind beim Finale stimmberechtigt - auch die, die bereits in den Halbfinals ausgeschieden sind.

- Die Zuschauer können erst dann für ihren Favoriten anrufen oder eine SMS schicken, wenn alle 26 Finalisten gesungen haben.

- Die Zuschauerwertung wird mit der Jury-Wertung verrechnet (50:50) und daraus wird eine Ländergesamtnote gebildet. In den Jurys sitzen je fünf Musikexperten aus den jeweiligen Nationen.

- Die Länderwertungen werden in gewohnter Manier vorgetragen: Die ESC-Moderatoren schalten in die jeweiligen Länder, wo ein Auserwählter die drei Höchstwertungen von acht, zehn und zwölf Punkten verliest. Die Punkte eins bis sieben werden lediglich auf der Punktetabelle eingeblendet.

- Der Sieger des Wettbewerbs steht gegen Mitternacht fest. Sollten mehrere Teilnehmer die gleiche Punktzahl haben, dann gewinnt der, der häufiger die Höchstwertung von zwölf Punkten bekommen hat. Sollte es immer noch einen Gleichstand geben, geht es weiter mit der Anzahl der Zehn-Punkt-Nennungen, der Acht-Punkt-Nennungen usw.

Was halten Österreich Konkurrenten von Conchita Wurst

Das Starterfeld beim 59. Eurovision Song Contest, der von 6. bis 10. Mai 2014 in Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen über die Bühne geht:

2. Halbfinale (8. Mai 2014)

Startplatz

Land

Interpret

Titel

1

Malta

Firelight

Coming Home

2

Israel

Mei Feingold

Same Heart

3

Norwegen

Carl Espen

Silent Storm

4

Georgien

The Shin & Mariko

Three Minutes to Earth

5

Polen

Donatan & Cleo

My Słowianie (We are Slavic)

6

Österreich

Conchita Wurst

Rise Like a Phoenix

7

Litauen

Vilija Mataciunaite

Attention

8

Finnland

Softengine

Something Better

9

Irland

Can-Linn feat. Kasey Smith

Heartbeat

10

Weißrussland

Teo

Cheesecake

11

Mazedonien

Tijana Dapcevic

To the Sky

12

Schweiz

Sebalter

Hunter of Stars

13

Griechenland

Freaky Fortune feat. Risky Kidd

Rise Up

14

Slowenien

Tinkara Kovac

Round and Round

15

Rumänien

Paula Seling & Ovi

Miracle

Bereits qualifiziert fürs Finale (über Semifinale 1 am Dienstag):

Land

Interpret

Titel

Armenien

Aram Mp3

Not Alone

Aserbaidschan

Dilara Kazimova

Start A Fire

Island

Pollapönk

No Prejudice

Montenegro

Sergej Cetkovic

Moj svijet

Niederlande

The Common Linnets

Calm After The Storm

Russland

Tolmatschowa-Schwestern

Shine

San Marino

Valentina Monetta

Maybe

Schweden

Sanna Nielsen

Undo

Ukraine

Marija Jaremtschuk

Tick-Tock

Ungarn

Andras Kallay-Saunders

Running

Gesetzt fürs Finale (10. Mai 2014):

Deutschland

Frankreich

Großbritannien

Italien

Spanien

Dänemark

Ausgeschieden im 1. Halbfinale:

Land

Interpret

Titel

Albanien

Hersi

One Night's Anger

Belgien

Axel Hirsoux

Mother

Estland

Tanja

Amazing

Lettland

Aarzemnieki

Cake To Bake

Moldawien

Cristina Scarlat

Wild Soul

Portugal

Suzy

Quero ser tua

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