Ein Werk von Yue Minjun, das unter den rund 140 Werken bei der ersten großen Auktion von Sotheby's in China war.

© APA/EPA/ADRIAN BRADSHAW

Kunstmarkt
12/02/2013

Chinas Kunstmarkt lockt mit Rekordpreisen

Die internationalen Auktionshäuser steigen in den rasant wachsenden Markt ein.

von Georg Leyrer

Erst wenige Wochen ist es her, dass Francis Bacons „Three Studies of Lucian Freud“ mit 142 Millionen Dollar zum teuersten je versteigerten Kunstwerk wurde.

Gerade mal ein Zehntel davon erzielte das Hauptlos bei einer Auktion am Sonntag. Und doch ist Aufmerksamkeit geboten: Denn jene 14,7 Millionen Dollar wurden für ein Werk des zeitgenössischen chinesischen Künstlers Zao Wou-ki geboten. Und zwar bei der ersten relevanten Auktion von Sotheby’s auf dem chinesischen Festland.

CHINA ART WEEK AUCTION

Workers install Sotheby's large banner on a wall d

CHINA ART WEEK AUCTION

CHINA SOTHEBY'S

A visitor uses a magnifier as he looks at Jiang Gu

CHINA SOTHEBY'S

A member of staff cleans a wall prior to the openi

A visitor looks at Chen Wenji's Brimful at the auc

Ching, chief executive officer of Sotheby's Asia,

Parallel zum international wichtigsten Konkurrenten Christie’s kämpft Sotheby’s um den rasant wachsenden chinesischen Kunstmarkt, mittlerweile nach den USA der zweitgrößte der Welt. Dort werden regelmäßig Millionenpreise für anderswo (noch) weitestgehend unbekannte chinesische Künstler zugeschlagen.

Millionenwert

Was aber nicht heißt, dass diese Werke dann auch verkauft sind. Denn der chinesische Kunstmarkt funktioniert nach ganz eigenen Gesetzen, wie die New York Times kürzlich in einer groß angelegten Recherche darlegte. 64 Millionen Dollar gab es etwa 2011 für ein Werk von Qi Baishi, „Adler auf einer Kiefer stehend“ (1946). Aber der Käufer hat das Werk nie abgeholt – er zweifelt an der Echtheit des Stückes.

Kein Einzelfall: Fast die Hälfte der teuersten Werke werden nach Auktionen in China nie bezahlt. Insgesamt hat rund ein Drittel der verzeichneten Kunstverkäufe bei Auktionen in China im Endeffekt nie stattgefunden, so die New York Times.

Darüber hinaus tauchen immer wieder Fälschungen auf. So wurde etwa ein ganzes Museum geschlossen, weil fast alle der 40.000 Ausstellungsstücke gefälscht waren. Und auch Korruption spielt eine Rolle: Chinesische Amtsträger werden u. a. mit Kunst bestochen. Dass der chinesische Kunstmarkt seit 2003 um 900 Prozent gewachsen ist, erscheint so in einem ganz anderen Licht.

Rekordjagd

Dennoch: Unter den zehn bestverkauften Künstlern weltweit waren 2012 fünf chinesische. Dementsprechend aufgeregt ist der Kunstmarkt. Dass nun die beiden weltgrößten Auktionshäuser in diesen schwierigen Markt gehen, ist Zeichen eines rasanten Wandels am Kunstmarkt, der die bisherigen Verhältnisse umkrempelt.

Und der auch in der derzeit besonders heftigen Preisrekordjagd nicht nur bei zeitgenössischer Kunst eine Rolle spielt. Denn neben dem kleinen Golfstaat Katar, der jährlich eine Milliarde Dollar in Kunsterwerbungen steckt, sind es zunehmend chinesische Käufer, die westliche Kunst aufkaufen, wie die Financial Times berichtet. Zwei Milliarden Dollar haben chinesische Käufer bei Sotheby’s seit 2010 für nicht-chinesische Kunst ausgegeben.

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