APA4220221-2 - 06062011 - WIEN - ÖSTERREICH: ZU APA 319 KI - Star-Sopranistin und Neo-Intendantin der Salzburger Pfingstfestspiele Cecilia Bartoli während einer Pressekonferenz am Montag, 20. September 2010, in Wien. APA-FOTO: HERBERT NEUBAUER

© APA/HERBERT NEUBAUER

Interview Cecilia Bartoli
08/25/2013

"Ich will in Salzburg alt werden"

Topstar Cecilia Bartoli über Salzburg, Pereira, ihre neue CD und ihre künstlerischen Pläne.

von Peter Jarolin

Noch zwei Mal (am 27. und 30. August) ist Cecilia Bartoli bei den Salzburger Festspielen als Bellinis „Norma“ zu erleben. Dann ist die Ausnahme-Produktion – eine Übernahme der von Bartoli geleiteten Pfingstfestspiele – Geschichte. Oder auch nicht.

KURIER: Sie haben mit „Norma“ auch für einen Höhepunkt der Sommerfestspiele gesorgt. Fällt es Ihnen schwer, sich von dieser Partie zu trennen?

Cecilia Bartoli: Ja, denn ich denke, diese „Norma“ war in jeder Hinsicht etwas Besonderes. Aber ich hoffe, dass es zumindest eine DVD davon geben wird. Und wer weiß: Vielleicht geht diese Inszenierung doch an ein anderes Opernhaus. Ich habe zwar immer gesagt, dass jede Produktion der Pfingstfestspiele ausschließlich in Salzburg und nur zu Pfingsten und im Sommer zu sehen sein soll. Doch inzwischen träume ich von einer richtigen Welttournee mit dieser „Norma“.

2014 sind Sie in gleich zwei szenischen Produktionen zu erleben, in Rossinis „Cenerentola“ und in dessen „Otello“ .. .Damit möchte ich beide Seiten dieses Komponisten zeigen. Rossini ist vor allem für seine komischen Opern bekannt. In Wahrheit aber hat er viel mehr tragische Stoffe vertont. Ich finde seinen „Otello“ großartig – das geht ans Herz. Und bei der „Cenerentola“ kann man dafür richtig befreit auflachen.

Bei der „Cenerentola“ führt das „Norma“-Erfolgsduo Moshe Leiser und Patrice Caurier Regie; den „Otello“ inszeniert Damiano Michieletto. Wie hat Ihnen dessen diesjähriger Salzburger „Falstaff“ gefallen?

Sehr gut. Ich fand die Idee, das Werk in das von Verdi gegründete Mailänder Altersheim für Künstler zu verlegen, großartig. Mich hat diese Aufführung extrem berührt. Michieletto ist sicher einer der interessantesten Regisseure der Gegenwart. Und ich freue mich schon sehr auf meinen geliebten Rossini mit ihm. Denn es ist als Intendantin der Pfingstfestspiele ja mein Ziel, jedes Jahr etwas Neues zu präsentieren.

Ihr Vertrag wurde unlängst bis 2016 verlängert ...

Das freut mich sehr und das ist eine große Ehre. Denn ich liebe es, Intendantin zu sein. Da kann ich selbst künstlerisch etwas gestalten. Ich mache diesen Job mit ganzem Herzen, mit all meiner Kraft und meiner Energie und ich gebe immer alles dafür.

Sie wollen also längerfristig in Salzburg bleiben?

(lacht): Ja, bitte! Ich will in Salzburg alt werden.

Festspielchef Alexander Pereira hingegen verlässt Salzburg vorzeitig Richtung Mailand ...

Dazu kann ich nur sagen: Wenn sich Alexander Pereira freut, nach Mailand zu gehen, dann freue ich mich mit ihm. Pereira ist einer der besten Intendanten der Welt. Und das sage ich nicht nur, weil ich ihn schon so lange und so gut kenne. Er war es, der mir damals noch als Wiener Konzerthauschef mein erstes Engagement gegeben hat. Da war ich 20 oder 21 Jahre alt. Und Pereira hat in seinem Leben extrem viel erreicht und bewegt. Mailand kann sich also auf ihn freuen.

Und worauf darf sich das Publikum bei Ihnen freuen?

Ich hoffe doch sehr über die neue CD mit dem „Stabat Mater“ von Agostino Steffani. Ich habe diesen Komponisten ja schon auf meiner „Mission“-CD vorgestellt. Ich finde seine Musik ist so gut, dass man weitere Werke Steffanis unbedingt entdecken sollte. Er hat sich das verdient. Ich bin daher meiner Plattenfirma sehr dankbar, dass wir tatsächlich eine kleine Steffani-Serie machen können. Fortsetzungen sind da nicht ausgeschlossen.

Gibt es abgesehen von den beiden Rossini-Opern noch andere Bühnenprojekte in Österreich?

Ich bin mit Intendant Roland Geyer in ständigen Gesprächen, was das Theater an der Wien betrifft. Ich liebe dieses Haus, und wir denken bereits über ganz konkrete Dinge nach. Aber nächste Saison leider noch nicht. Das hat ganz pragmatische Gründe. Ich bin mindestens drei, wenn nicht vier Monate pro Jahr ganz an Salzburg gebunden, da bleibt nicht viel Zeit. Salzburg hat für mich absolute Priorität, denn es ist das beste Festival der Welt.

Szenenfotos aus "Norma"

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Spurensuche: Bartolis neue CD

Der Italiener Agostino Steffani (1654 bis 1728) war Komponist, Diplomat und katholischer Titularbischof. Er schrieb zahlreiche Opern, aber auch geistliche Musik. Auf ihrer CD „Mission“ hatte Cecilia Bartoli erstmals Werke des über viele Jahre Vergessenen präsentiert; Donna Leon schrieb sogar einen an das Leben des Komponisten angelehnten Kriminalroman.

Sakral: Mit dem „Stabat Mater“ (Decca) sind nun die geistlichen Werke an der Reihe. Unterstützt wird Bartoli dabei von Kolleginnen und Kollegen wie Nuria Rial, Franco Fagioli, Daniel Behle und Julian Prégardien. Diego Fasolis dirigiert das Originalklang-Ensemble I Barocchisti. Neben dem „Stabat Mater“ sind weitere sechs bis dato noch nie eingespielte Stücke von Steffani zu hören. Auch Bartolis nächste CD, die vermutlich zu Weihnachten erscheinen wird, ist seinen Werken gewidmet.

Salzburg: Dort ist Bartoli heuer noch am 27. und 30. August als Bellinis „Norma“ zu erleben. 2014 kommen zu Pfingsten die beiden Rossini-Opern „La Cenerentola“ und „Otello“.

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