Die Theatergründer

© /Bronski & Grünberg/Christian Benesch

Bronski & Grünberg
10/01/2016

Ein neues Theater für Wien

Theaterhaus von u.a. Alexander Pschill startet am 9. November´, am ersten Spielplan: "Dracula", "Gefährliche Liebschaften", "Brave New World", "Lolita"

von Georg Leyrer

"Angst ist der falsche Grund, etwas nicht zu machen", sagt Schauspieler Alexander Pschill. Schauspieler und demnächst Theaterleiter: Denn Pschill gründet gemeinsam mit Kaja Dymnicki, Salka Weber und Julia Edtmeier ein neues Theater in Wien.

In einer Zeit, wo an vielen anderen Orten beim Theater kräftig gespart wird.

Die Verträge, bestätigt Pschill gegenüber dem KURIER, sind unterschrieben. Start ist am 9. November – mit "großem Pomp, viel Größenwahn, Kunstseide, Sperrholz, Wodka, Klebstoff" und der Premiere von "Dracula". Die Location ist Wiener Theatergehern noch gut bekannt: Es sind die Räumlichkeiten des ehemaligen Vienna International Theatre in der Porzellangasse 8 in Wien-Alsergrund, in denen das "Bronski & Grünberg Theater" eröffnet wird. Platz haben 70 Personen pro Aufführung. Benannt ist es nach den Underdogs aus Lubitschs Film "Sein oder Nichtsein".

Guerilla-Style

Der Vertrag läuft auf zehn Jahre, sagt Pschill. Und das ganze Projekt, lacht der Theatermacher, ist "ziemlich verrückt". "Wir wollen experimentieren", sagt Pschill, es werde ein Theater im "Guerilla-Style" mit einem wandelbaren Einheitsbühnenbild. "Da ist sehr viel Fantasie gefragt." Und im "Bronski & Grünberg" soll eine "Spielstätte frei von Trends und Traditionen" entstehen.

Geplant sind Produktionen bekannter Werke, und auch solche, die neue inhaltliche Wege gehen: "Hom(m)e Alone", etwa (ja, es geht um Kevin, der ab 18. Dezember immer noch alleine zu Hause ist!), die düstere Zukunftsvision "Brave New World" (19. Jänner) oder "Lolita" (1. Mai).

Mit an Bord sind Schauspieler wie Ruth Brauer-Kvam, Alexander Jagsch, Claudia Kottal, und "aufstrebende Schauspieler, die wir fantastisch finden und die bei uns vielleicht erstmals Hauptrollen spielen können", sagt Pschill.

In der Finanzierung habe man u.a. bei der Produktion "Gefährliche Liebschaften" (Wiederaufnahme: 17. November) Erfahrungen gesammelt. "Sollte es uns gelingen, das Interesse so hoch zu halten wie bei ,Gefährliche Liebschaften‘, dann wird es sich ausgehen", sagt Pschill.

Die Stadt Wien konnte für die Förderung eines Projekts gewonnen werden.

Tickets wird es bei www.wien-ticket.at geben.