"Turandot" und "Carmen" auf der Seebühne

"Turandot" und "Carmen" auf der Seebühne
Auch die neue Intendantin Sobotka behält den Zweijahresrhythmus bei.

Die Bregenzer Festspiele werden bei der Seebühnen-Produktion auch unter der neuen Intendantin Elisabeth Sobotka den Zweijahresrhythmus beibehalten. Nach der diesjährigen Aufführung von Mozarts "Zauberflöte" werden 2015/16 "Turandot" von Giacomo Puccini und 2017/18 "Carmen" von Georges Bizet gezeigt, wie Festspielpräsident Hans-Peter Metzler und Sobotka am Montag den Medien bekannt gaben.

Sobotka wird die Intendanz nächstes Jahr von David Pountney übernehmen, der die Leitung des Festivals seit 2004 innehat. Das Spiel auf dem See - das Herzstück der Bregenzer Festspiele - wird seit 1985 (beginnend mit der "Zauberflöte") im Zweijahresrhythmus produziert. Damit wird die wirtschaftliche Grundlage für die stets sehr attraktiven Bühnenbilder mit Kosten von bis zu 6,5 Mio. Euro geschaffen.

Auf der Seebühne - nach Angaben der Veranstalter die größte der Welt - finden pro Aufführung 6.800 Zuschauer Platz. Für die "Zauberflöte" sind heuer 190.000 Tickets aufgelegt. "Carmen" wurde zuletzt 1991/92 auf der Seebühne aufgeführt (davor bereits 1974), auch "Turandot" stand bereits auf dem Seebühnen-Programm der Bregenzer Festspiele, nämlich 1979.

Hausoper

Die Hausoper der Bregenzer Festspiele will Sobotka ebenfalls beibehalten, allerdings in neuer Form. So sollen nicht wie unter David Pountney vor allem Raritäten zum Zug kommen, sondern "anspruchsvolle Werke unabhängig von ihrem Bekanntheitsgrad", so die designierte Intendantin. So werde für die unvollendete Jacques Offenbach-Oper "Hoffmanns Erzählungen" 2015 eine eigene Bregenz-Fassung erarbeitet.

Platz für neues Musiktheater wird auf der Werkstattbühne sein. Sobotka wünscht sich Ur- und Erstaufführungen, spartenübergreifende Projekte und Kooperationen mit anderen Kulturinstitutionen. Für 2016 sei an den Komponisten Thomas Larcher bereits ein Auftrag für eine Oper vergeben worden. Außerhalb der Festspielzeit will das Festival mit einem Opern-Studio junge Sänger unterstützen. Geplant ist außerdem ein Opern-Atelier, bei dem Komponisten, Regisseure, Dichter und Sänger zusammentreffen und Projekte entwickeln, die dann im Festspielprogramm gezeigt werden.

Bildungs- und Zukunftsauftrag

Festspielpräsident Hans-Peter Metzler kündigte größeren Einsatz bei den Bemühungen um Subventionen an. "Wir müssen auf dem Gebiet der öffentlichen Unterstützung deutlich mehr arbeiten", so Metzler. Der Bildungs- und Zukunftsauftrag der Bregenzer Festspiele müsse erkannt und besser honoriert werden. Man habe seit Jahren ein Kostenproblem und könne die Preise "nicht unendlich erhöhen". Vielmehr müsse es strukturelle Änderungen bei der Finanzierung geben. "Dass wir 20 Jahre keine Anpassung erleben - so kann's nicht weitergehen", sagte Metzler. Das Festival hat ein Budget von rund 20 Mio. Euro, rund 5,7 Mio. Euro davon stammen aus Subventionen. Diese wurden seit 1997 nicht mehr valorisiert.

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