"Breaking Bad": Ein Guter wird Böser

Meth Reality vs Art
Foto: AP/DOUG HYUN Bryan Cranston als Lehrer, der aus der Not heraus Drogenbaron wird.

Mit viel Humor, Blut und filmischen Ideen wird in "Breaking Bad" die US-Gesellschaft seziert

Man ist echt in guter Gesellschaft bei dieser Lieblingsserie aller Lieblingsserien:

Stephen King liebt sie (und Lukas Resetarits auch). King nannte sie einen „amerikanischen Klassiker“ zu Lebzeiten, und diese halten im Moment schon fünf Staffeln an (erhältlich auf DVD).

Bryan Cranston trägt also glücklicherweise immer noch seine großartig grässlich grüne Gummischürze, die ihn schützt, wenn er im improvisierten Labor (oftmals einem Wohnwagen) die Droge Crystal Meth braut. „Breaking Bad“, diese Serie von Vince Gilligan („Akte X“) vereint dabei mehrere scheinbar unvereinbare Ebenen: Thrill, Horror, Komödie, Sozialkritik.

Ein krebskranker Chemielehrer (der im Nebenjob in einer Autowaschanlage arbeiten muss), sieht keine andere Chance, seine Familie über seinen Tod hinaus zu versorgen, als Drogen zu fabrizieren. Talentierter Chemiker, der er ist, wird dies prompt der beste Stoff des Landes. So kann er sich fortan bessere Ärzte leisten – und stirbt nicht.

Ein Unschuldiger macht sich schuldig, ein Lehrer wird Verbrecher, ein Guter wird Böser, unter anderem, weil Sozial- und Gesundheitssystem Amerikas versagen – und wir Zuschauer können uns mitten in der Wirtschaftskrise gut identifizieren.

Die Serie, die in New Mexiko spielt, seziert mit schwarzem Humor und Blut, ausführlicher und daher präziser, als es Kino könnte, die US-Drogenwelt, -mafia und -krieg und steckt obendrein voll filmischer Ideen. Wenn Staffel 2 etwa damit beginnt, dass ein Augapfel im Swimmingpool schwimmt. Dann jubelt Stephen King. Zu Recht.

Fankunst zur Serie

"Breaking Bad" gilt als eine der besten Serien der letzten Jahre und wurde bereits mit sechs Emmys belohnt. Drei davon gingen an den Hauptdarsteller Bryan Cranston (auch bekannt als Hal in "Malcolm mittendrin") für seine Verkörperung des Walter White. Die Geschichte des krebskranken Chemielehrers White, der sich aus der Not heraus entschließt die Droge Meth zu "kochen", schlug ein wie eine Bombe und veranlasste unzählige Fans, White und seine Kompagnons künstlerisch zu verewigen.Die amerikanische Gallery 1988 sammelte viele der Werke und verkauft sie nun über ihre Homepage. Dabei gehen zwanzig Prozent des Erlöses an die amerikanische Alzheimer Stiftung.Bild: Walter White (rechts) und sein Partner Jesse Pinkman. (Mike Mitchell: "The Cooks") Walter "Walt" White muss eine schwangere Frau und einen behinderten Sohn versorgen, das Lehrergehalt ist knapp und er verdingt sich nebenbei auch noch als Autowäscher.Bild: Brad Hills "Mr. White" Als bei ihm Lungenkrebs im Endstadion festgestellt wird, entschließt er sich, ins Drogengeschäft einzusteigen, damit seine Familie auch nach seinem Tod versorgt ist.Bild: Aled Lewis': "I Am The Danger" Jesse Pinkman (Bild), ein ehemaliger Schüler von Walter, ist zu Beginn der Serie selbst Meth-Cook und führt den bis dato unbescholtenen Lehrer in die kriminelle Welt der Drogenproduzenten und Dealer ein.Bild: Rhys Cooper: "Jesse Pinkman" Walter und Jesse müssen viele Höhen und Tiefen überstehen.Bild: Ken Taylor: "Breaking Bad" So ist zum Beispiel der Schwager von Walt bei der Drogenfahndung, Jesse agiert ein wenig zu impulsiv und einige Mitbewerber im Drogenmarkt sind scharf auf das kristallklare Meth von White.

Bild: Nicole Guice: "I Spy Heisenberg" Walter zieht es immer tiefer in den Dunstkreis krimineller Machenschaften.Bild: Scott Derby: "Knock, Knock" Ebenfalls wird er immer skrupelloser und entwickelt sich vom schüchternen Lehrer zu einem dominanten Mann, der auch vor Mord nicht zurückschreckt.Bild: Mike Mitchell: "4 prints" An dieser Stelle soll nicht allzu viel über die Handlung verraten werden. Mittlerweile wird in den USA die fünfte Staffel von "Breaking Bad" - ein Slangbegriff, der soviel wie "auf die schiefe Bahn geraten" bedeutet - gezeigt.Bild: Tom Whalen: "Tio Salamanca" Die fünfte soll auch die finale Staffel werden, sagte AMC-Präsident Charlie Collier im August 2011.Bild: Lora Zombie: "Blue Meth Rain" Bereits zuvor äußerte Serienschöpfer Vince Gilligan Pläne für den Abschluss der Handlung nach der fünften Staffel.Bild: Gustavo "Gus" Fring, einer der großen Drogenbosse in der Serie. (Anthony Petrie: Gus Fring) Kritiker lobten die Serie in den höchsten Tönen. USA Today bezeichnete sie als "das Beste, was dem Fernsehen seit der ersten Staffel der "Sopranos" passieren konnte.Bild: Joey Spiottos "Walt and the Bad Breakers – Blue Sky" Auch die Zuschauerzahlen sprechen für die Popularität von "Breaking Bad". Sahen anfänglich schon 1,4 Millionen zu, verfolgten die letzte Staffel 2,6 Millionen Zuseher.Bild: JoKa: "Breaking Bad" Auf IMDb erhielt die Serie von etwa 36.500 Nutzern eine durchschnittliche Wertung von 9,4 von 10 möglichen Punkten - eine der besten Wertungen überhaupt.Bild: Rich Pellegrino "You Are A Blowfish" Besonders hervorgehoben wurde die in die Handlung verpackte Kritik am amerikanischen Gesundheitssystem - das primär dafür sorgt, dass Walter zum Drogenkoch wird.Bild: Justin Santora "Flight 515" Für viele "Breaking Bad"-Fans ist dies auch die zentrale Aussage der ersten Episoden.Bild: Rich Kelly "Mexican Shootout" Noch mehr Fan-Kunstwerke zu "Breaking Bad" finden Sie hier. Natürlich darf auch der pinke Teddybär, der in der zweiten Staffel im Vorspann gezeigt wird und schlussendlich in Walters Pool landet, nicht fehlen.Bild: Lora Zombie "Teddy Bear"
(kurier) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?