Kultur
10.08.2017

Billy Bragg: Stilsicher gegen das Böse

Der britische Songwriter Billy Bragg kommt mit seinen zeitlosen Protestsongs nach Österreich - zuerst nach Linz, dann nach Wien.

Das britische Aushängeschild in Sachen Protestlied, Billy Bragg, kämpft mit seiner Gitarre schon länger für eine bessere Welt. Eine erfreuliches Vorhaben, ein schöner Wunsch, dessen Erfüllung aber noch (lange) nicht in Sichtweite ist - siehe Schlagzeilen. Vor über 30 Jahren erschien seine erste Soloplatte "Life’s A Riot with Spy vs Spy“. Sie umfasst denkwürdige 16 Minuten voller politischer Polemik – man denke nur an die Hymne "New England". Darin heißt es: "I don't want to change the world / I'm not looking for a new England / I'm just looking for another girl". Mit solchen Zeilen hat sich der britische Songwriter ein musikalisches Denkmal gesetzt, eines, auf das sich wohl die globale Arbeiterklasse einigen kann.

"Ich bin kein politischer Sänger. Ich bin ein ehrlicher Sänger. Ich versuche ehrlich über das zu schreiben, was um mich herum passiert“, sagt er über seine Arbeit, über seine gesellschaftskritischen und bissigen Texte, die mit einer durchaus gutmütigen Mischung aus Blues, Country und Folk anreichert. Zuletzt veröffentlichte Bragg mit "Shine a Light – Field Recordings From The Great American Railroad" eine gemeinsame Liedersammlung mit dem US-Amerikaner Joe Henry. Das Album ist ein Hommage an das Reisen mit der Eisenbahn - mit Songs von Woody Guthrie, Hank Williams und Konsorten.

Der fast 60-Jährige hat kürzlich auch einen neuen Song veröffentlicht: "King Tide and the Sunny Day Flood" macht sich mit einer gelassen angeschlagenen Akustik-Gitarre über den Klimawandel so seine Gedanken. Zwischen den Zeilen wird auch jener schlecht friesierte Machthaber angesprochen, der die Existenz dieser sich anbahnenden Katastrophe verneint.

Umarmung

Man sagt, ein guter Songwriter gibt einem das Gefühl, dass man nicht der Einzige ist, der zweifelt, der Einzige ist, der scheitert - in der Beziehung, im Job, bei einfachen Dingen im Alltag. Gemeinsames Fühlen und Leiden ist wie eine Umarmung. So eine Umarmung kann man sich von Billy Bragg am Freitag (11.8.) im Linzer Posthof und tags darauf im Wiener WUK abholen.