Kultur
01.12.2017

"Bigelow & Co.": Ich glaub’, ich steh’ im Wald und seh’ nur Filme von Frauen

Coole Frauen, cool Filme: Bigelow, Seidelman, Heckerling und Lizzie Borden im Österreichischen Filmmuseum.

Man nennt sie gern die Frau im Männerkino: Kathryn Bigelow, einzige Filmemacherin, die jemals einen Regie-Oscar erhalten hat, ist spezialisiert auf hartes Action-Kino. Für ihre Irakkriegsstudie "The Hurtlocker" (2008) erhielt sie die begehrte Goldstatuette und legte mit "Zero Dark Thirty" (2012), der CIA-Jagd auf Osama bin Laden, ein präzises "War on Terror"-Porträt nach. Derzeit tobt Bigelows albtraumhaftes Drama "Detroit", das von den Rassenunruhen 1967 erzählt, in den heimischen Kinos. Mit "Detroit" wird auch Freitag Abend die Filmschau "Bigelow & Co." im österreichischen Filmmuseum (bis 4. Jänner) eröffnet, flankiert von ihrem erstem Langfilm "The Loveless" (1981), einem Biker-Movie mit Willem Defoe in seinem Hauptrollen-Debut.

Doch auch, wenn es manchmal stark diesen Eindruck macht, Kathryn Bigelow ist nicht die einzige Regisseurin im (Mainstream-) Kino. Gerade in der New Yorker (No-Wave-)Filmszene der frühen 80er Jahre war nicht nur Bigelow in den Anfängen ihrer Karriere aktiv, sondern auch eine Riege weiterer Frauen, deren Arbeiten den Filmkanon entscheidend prägen sollten.

Die New Yorkerin Amy Heckerling beispielsweise lieferte mit ihrer Highschool-Komödie "Fast Times at Ridgemont High" ("Ich glaub’, ich steh’ im Wald", 1982) einen der Höhepunkte des Teenager-Genres: Unübertroffen jene Szene, in der sich Sean Penn als bekiffter Schüler Jeff Spicoli eine Pizza in den Geschichtsunterricht liefern lässt. Mit "Clueless" (1995) und einer blonden Alicia Silverstone in der Hauptrolle legte Heckerling einen weiteren Teenie-Klassiker nach.

Punkrock

Mehr der Musikszene von Punk und No Wave fühlte sich Susan Seidelman verbunden. In "Smithereens" (1982) versucht eine Punkrock-Sängerin in Manhattans Lower East-Side Karriere in der Subkultur zu machen. Und mit dem Casting von Madonna in "Susan...verzweifelt gesucht" (1985) landete Seidelman einen regelrechten Coup.

INFO: www.filmmuseum.at