Begeistert vom Wiener Publikum: Ben Harper

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Ben Harper live: Mit Verzögerung zur Hochform
09/28/2016

Ben Harper live: Mit Verzögerung zur Hochform

Nach einem guten Beginn wurde das Konzert des Amerikaners am Schluss euphorisch umjubelt.

von Brigitte Schokarth

„Eine Nacht, an die ich mich immer erinnern werde“, war für Ben Harper sein Auftritt Dienstagabend in Wien. Denn kurz davor hatten sich die Fans im fast ausverkauften Konzerthaus eine Euphorie getanzt, die bei Harper-Shows offenbar nicht alltäglich ist.

Allerdings hatte es ein bisschen gedauert, bis diese Stimmung aufgekommen war. Anfangs war das Konzert gar nicht so spektakulär. Harpers Mischung aus Blues, Country, Reggae und Soul ist auch nicht darauf angelegt. Sie ist nicht innovativ, sondern mit Stolz retro. Solides Handwerk an Percussion, Drums, Bass, Gitarren und Hammondorgel. Ohne Elektronik, ohne clevere Schnörkel oder manierierte Konzepte, nur Lieder deren Texte oft und gerne soziales Engagement und humanitäre Anteilnahme zeigen.

Das einzige Problem: Harper hat nicht allzu viele herausragende Melodien. Und weil er sich in Wien die besten davon für später aufhob, war das Konzert anfangs gut, aber nicht außergewöhnlich. Dazu sind sich Songs wie „Opression“ und „Don’t Take That Attitude To Your Grave“ vom Aufbau her zu ähnlich. Auch wenn die hervorragende Band The Innocent Criminals schon im ersten Teil Soli einschob, gab es zu wenig Abwechslung in der Dynamik und im Tempo.

Furioses Bass-Solo

Das änderte sich, als sich Bassist Juan Nelson zuerst ein packendes Improvisations-Duell mit Harpers auf dem Schoß gespieltenSlide-Gitarre lieferte und dann eine atemberaubende Version von „Them Changes“ von Buddy Miles sang. Danach kamen sie, die prägnanteren Songs und die vielfältigen Sounds. Mit „Excuse Me Mr.“ wurde es ruhiger, mit „Roses From My Friends“ abwechselnd zärtlich und wütend-wuchtig, die Percussion-Drum-Duelle und Improvisationen waren dann entfesselt.

Als Harper in der Zugabe bei „Where Could I Go“ auf einen Verstärker vor der Bühne trat und ohne Mikrofon weiter sang, war die Stimmung im Konzerthaus schon so berührend feierlich wie in einer Kirche. Danach brauchte es nur mehr die Melodien und die ausgelassenen Beats von „Steal My Kisses“ und „With My Own Two Hands“, um den Abend auch für das Publikum bemerkenswert zu machen.

KURIER-Wertung:

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