Kultur
28.12.2011

Barbera neuer Filmfestival-Chef in Venedig

Alberto Barbera wird neuer Direktor des Filmfestivals von Venedig und ersetzt damit Marco Müller. Der wird die Leitung des römischen Filmfests übernehmen.

Alberto Barbera, Leiter des Filmmuseums von Turin, wird neuer Direktor des Filmfestivals von Venedig. Der 61-Jährige wurde von der Biennale-Stiftung zum Nachfolger von Marco Müller ernannt, dessen Amtszeit ausgelaufen ist. Müller, ein gebürtiger Römer Schweizer Abstammung und ehemaliger Leiter der Filmfestspiele in Locarno und Rotterdam, war seit 2004 Direktor des Filmfestivals von Venedig.

Barbera, der bereits zwischen 1998 und 2001 Leiter des Filmfestivals von Venedig war, wird weiterhin das Filmmuseum in Turin führen. "Müller hat eine großartige Arbeit geleistet, die letzten Ausgaben des Filmfestivals waren von höchstem Niveau. Man muss aber das Festival auf internationaler Ebene neu positionieren und in neue permanente Projekte investieren", so Barbera im Interview mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica" (Mittwochausgabe).

Venedig soll Cannes werden

" Venedig darf nicht nur ein Schaufenster sein, sondern muss sich wie Cannes bewegen. Die Krise belastet uns alle. Heute ist es schwierig, die Strategien der größten Filmgesellschaften zu ändern. Die Filmfestivals sind nicht mehr ausschlaggebend. Man muss die Filmindustrie überzeugen, sie nicht zu meiden", sagte Barbera.

Müller ist jetzt als neuer Direktor des römischen Filmfests anstelle von Gianluigi Rondi im Gespräch. Müller, ein promovierter Anthropologe, der eine erfolgreiche Karriere als Filmkritiker und -historiker absolviert hat, ist Autor mehrerer Dokumentationen über die Geschichte des Kinos für die öffentlich rechtliche TV-Anstalt RAI und für das Schweizer Fernsehen. In den vergangenen Jahren arbeitete er an der Organisation mehrerer europäischer Filmfestivals.

Das Filmfestival in Rom wurde erstmals 2005 organisiert. Kritiker behaupten, das im Oktober stattfindende Festival in der römischen Stadt sei zu einer gefährlichen Konkurrenz für das Filmfestival in Venedig avanciert.