Kultur 28.02.2015

Banksy zu Besuch in Gaza

© Bild: REUTERS/SUHAIB SALEM

Mit einer Video-"Reiseempfehlung" meldet sich der britische Street-Art-Künstler aus dem Gazastreifen.

Banksy lädt zu einer Reise. An einen ungewöhnlichen Ort, denn "in diesem Jahr können SIE ein neues Ziel entdecken". So taufte der Street-Art-Künstler sein neues Video. Ein Video von seinem Besuch im Gazastreifen. Fernab von jeglichem Tourismus, kriecht Banksy in dem Video durch einen dunklen, engen und illegalen Tunnel. Kinder sitzen im Bauschutt, spielen auf der Straße, Soldaten patrouillieren - dazu ein Text-Kommentar: "Die Einheimischen sind so gern hier, dass sie nie wegfahren. (Weil sie das nicht dürfen.)". Anschließend zeigt der Brite Luftaufnahmen von den zerbombten Häusern, kommentiert mit: "Von freundlichen Nachbarn bewacht (2014 zerstörte die Operation 'Protective Edge' 18.000 Häuser)".

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© Bild: Banksy
Die dokumentarischen Szenen aus dem Gazastreifen vermischt er mit Bildern seiner neuesten Werke an dem Ort der Zerstörung. Zu sehen ist unter anderem eine trauernde Frau auf einer Tür (das Haus dazu gibt es nicht mehr) - lautmashable.comsoll es sich dabei um die griechische Göttin Niobe handeln, die den Verlust ihrer Kinder beweint. Ebenfalls sprayte Banksy einen Leuchtturm der als Kettenkarussell dient.
Palestinians walk past a mural of a kitten, presum
© Bild: REUTERS/SUHAIB SALEM
Und eine große Katze mit einem pinken Halsband. "Ein Einheimischer hat micht gefragt, was das bedeutet und ich erklärte, dass ich mit Fotos auf meiner Homepage auf die Zerstörung in Gaza hinweisen möchte - aber im Internet achten Menschen nur auf Bilder von Katzenbabys." erklärt er sich auf seinerWebseite.
Ein Bild von Banksys Westjordanland-Reise vor zehn Jahren
© Bild: Banksy
Es ist nicht das erste Mal, dass der Street-Art-Künstler in Krisengebiete reist. 2007 war Banksy bereits im Westjordanland uns sprayte seine Bilder auf den Mauer zu Israel. "West Banksy" werden die teils bis an den obersten Rand der Mauer gemalten Bilder bis heute genannt.
Erstellt am 28.02.2015