Kultur 07.04.2012

Ausstellungen: Oster-Ausflüge zur Kunst

Viele Kunsthäuser bieten derzeit ein Programm, das gut in die Osterzeit passt – auch wenn Religion gar nicht Thema ist.

Ostern: Die ideale Zeit, um jene Ausstellungsbesuche nachzuholen, für die bisher keine Zeit blieb. Kunsthäuser scheinen diese Logik in ihre Planung mit einzubeziehen, bieten sie doch auch inhaltlich Passendes zur feiertäglichen Einkehr an.

"Silence" im Essl Museum
© Bild: Essl Museum

Das Essl Museum in Klosterneuburg gibt der Besinnlichkeit den Vorzug vor Besucherströmen: "Silence" heißt ein bis 20. Mai eingerichteter Raum, in dem sich pro Stunde  jeweils nur zwei Personen mit nur zwei Kunstwerken auseinandersetzen können. Um Voranmeldung wird gebeten, je nach Auslastung sind auch spontane Besuche möglich. Mit  Anselm Kiefers spirituell durchfluteten Bildwänden, Zeichnungen von Rudolf Schönwald und Videos  bietet das Museum auch sonst reiches Programm. (Tel. 02243-37 050 150, www.esslmuseum.at, Ostermontag geöffnet). 

Im Art Brut Center Gugging würdigt eine Retrospektive das Werk von August Walla, einen der wichtigsten Gugginger Künstler. Walla entwickelte eine Ausdrucksweise, die in ihrer Vielfalt ihresgleichen sucht (bis 28.10., Tel. 02243-87087, www.gugging.org, Ostermontag geschlossen).

Zeichner-Star Janosch in Krems

"Tiger, Ente, Bär & mehr": Janosch` Figuren im Karikaturmuseum Krems
© Bild: Janosch/Karikaturmuseum Krems

Näher am christlichen Heilsgeschehen  liegt "Wunder": Die Schau in der Kunsthalle Krems versucht, die religiös geprägte Vorstellung   von Wundern in die Gegenwart weiterzudenken: Von einem barocken Bild des "Ungläubigen Thomas" über Werke von Künstlern wie Joseph Beuys bis zu Wunderdingen der Populärkultur (www.kunsthalle.at, bis 1.7.).  Die Kunstmeile Krems bietet auch eine Schau des Zeichner-Stars Janosch im Karikaturmuseum (bis 15.11., www.karikaturmuseum.at), die letzte Chance für einen Blick auf neue Gemälde von Walter Vopava (Kunsthalle Großer Saal, bis 9.4.) und die Werkschau von Padhi Frieberger (Forum Frohner, bis 15.4.) und Beschriftungen des Rumänen Dan Perjovschi (Kunstraum Stein, bis 3.3.2013, Ostermontag geöffnet). 

Karlsplatz-Spaziergänge

Gerwald Rockenschaub bespielt Klimts Beethoven-Fries
© Bild: Secession/Gerwald Rockenschaub

In Wien wurde vor 110 Jahren, am 15. April 1902, die Beethoven-Ausstellung der Secession eröffnet, für die Gustav Klimt seinen berühmten Fries gestaltet hatte. Nun ist das Meisterwerk von einer vom Künstler Gerwald Rockenschaub gestalteten Plattform aus nächster Nähe zu sehen (bis 4.11., www.secession.at, Ostermontag geschlossen). Der Fortschritt, den das  Werk einst bedeutete, wird im Vergleich mit den Passions-Bildern von Mihaly Munkácsy im Künstlerhaus besonders deutlich (bis 3.6., www.k-haus.at). Sie wurden dort 1882 erstmals gezeigt. 
Damals mussten noch 20 Jahre bis zum Aufbruch der Secession vergehen – heute reicht ein  schon kurzer Spaziergang über den Karlsplatz.

( Kurier ) Erstellt am 07.04.2012