Martin Scorsese öffnet Privatarchiv

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Foto: Columbia Tri-Star

Die Ausstellung zeigt unter anderem Boxhandschuhe von Robert de Niro, Storyboards, Kostüme und Setfotos.

Robert De Niros Hemd mit den Kunstblutflecken aus "Kap der Angst" und sein in "Wie ein wilder Stier" getragener Boxhandschuh gehören zu den rund 600 Ausstellungsstücken, die in der Schau "Martin Scorsese" (10. Jänner bis 12. Mai) im Berliner Museum für Film- und Fernsehen zu sehen sein werden. Für die weltweit erste Ausstellung über das Werk von US-Regisseur Scorsese hat der heute 70-jährige Oscar-Preisträger erstmals sein privates Archiv geöffnet.

"Wir bekommen sehr viel Persönliches von Martin Scorsese", sagt Ausstellungskuratorin Kristina Jaspers. Außerdem werden wertvolle Stücke aus der Sammlung von Scorseses Lieblingsschauspieler De Niro gezeigt, der auch die Hauptrollen in heute bereits als Klassiker geltenden Scorsese-Filmen wie "Taxi Driver", "Good Fellas" und "Casino" spielte.

Leonardo DiCaprios Kostüm aus "Gangs of New York" kann in der Schau ebenso bestaunt werden wie Cate Blanchetts Robe aus "Aviator". In Briefen von De Niro und Scorsese ist nachzulesen, wie die beiden die Figuren der berühmten Filme entwickelten. Von Scorsese selbst gezeichnete Storyboards mit Bildern zur Abfolge der einzelnen Szenen können die Besucher studieren, unter anderem zu Filmen wie "Taxi Driver", "Hexenkessel" und "Aviator".

Auch das allererste selbstgezeichnete Drehbuch des im New Yorker Italienerviertel "Little Italy" als Sohn einer sizilianischen Arbeiterfamilie aufgewachsenen Scorsese ist zu sehen: Ein mit Buntstiften gemaltes Storyboard für einen fiktiven Film namens "Eternal City".

Impressionen der Ausstellung

Jodie Foster, Robert De Niro und Martin Scorsese
Während der Dreharbeiten zu "Taxi Driver", USA 1976 Martin Scorsese während der Dreharbeiten zu "Bringing out the Dead", USA 1999 Martin Scorsese, 2000 Martin Scorsese und Kamerateam bei den Dreharbeiten zu "New York", New York, 1977 Martin Scorsese bei den  Dreharbeiten zu "Age of Innocence", USA 1993

"Little Italy"

Ein eigenes Kapitel ist in der Ausstellung den Figuren und dem zentralen Schauplatz von Scorseses Filmen gewidmet: der Metropole New York und dort besonders dem Einwanderer-Viertel "Little Italy". Ein Stadtmodell zeigt die Drehorte, an denen der Regisseur seine Geschichten inszeniert hat.

Die Familie ist dort meist Dreh- und Angelpunkt der Beziehungen und Konflikte - die Familie als Hort der Geborgenheit und zugleich als Keimzelle des organisierten Verbrechens. Auch die spezielle Scorsese-Ästhetik, die der Regisseur unter anderem mit dem deutschen Kameramann Michael Ballhaus entwickelte, ist Thema der Schau.

Scorsese selbst sei tatsächlich etwas nervös, dass eine so große Schau für ihn inszeniert wird, heißt es im Filmmuseum. Zur Eröffnung werde er aber leider nicht kommen können. Er steckt mitten in den Dreharbeiten zu seinem neuen Film "The Wolf of Wall Street". In dem Börsen-Thriller um Betrug und Korruption an der New Yorker Wall Street spielt Leonardo DiCaprio die Hauptrolle. Es ist bereits der fünfte gemeinsame Film für Scorsese und DiCaprio, nach "Gangs of New York", "Aviator", "Departed - Unter Feinden" und dem Horrorthriller "Shutter Island".

Info: Ausstellung „Martin Scorsese“, 10. Januar bis 12. Mai 2013, Berliner Museum für Film- und Fernsehen, www.deutsche-kinemathek.de

(APA / moe) Erstellt am
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