Kultur
05.12.2011

Auslandskulturtagung im MAK

Die heutige (5. September) Auslandskulturtagung im MAK widmet sich unter dem Motto "Krisefordert Kreativität" der "Auslandskulturarbeit in Zeiten des Umbruchs".

Krise fordert Kreativität" ist das Motto der Auslandskulturtagung 2011, die sich am Montag, im Wiener Museum für Angewandte Kunst (MAK) der "Auslandskulturarbeit in Zeiten des Umbruchs" widmet. Hausherr Christoph Thun-Hohenstein zeigte sich in seiner Begrüßung glücklich über die "große Ehre", an seinem dritten Arbeitstag als MAK-Direktor die alljährliche Kultur-Tagung des Außenministeriums beherbergen zu dürfen, dem er noch immer angehöre.

"Wir leben in einer Dauerkrise", konstatierte Thun-Hohenstein und verwies auf einander ablösende oder ergänzende Wirtschafts- und Finanzkrisen, Umweltkrisen, aber auch persönliche Krisen, die unser Leben bestimmten. Auf der anderen Seite würde Kreativität immer wichtiger, dabei gelte es jedoch, ihre Freiheit gegen verschiedenste Vereinnahmungsversuche zu verteidigen. Auch Manfred Eichtinger, Leiter der Kulturpolitischen Sektion des Außenministeriums, betonte, dass die österreichische Auslandskulturarbeit an verschiedensten Orten der Welt, wo es krisenhafte Entwicklungen gebe, tätig sei.

Als Beispiele führte Eichtinger etwa die österreichischen Kulturforen in Tokio oder Kairo an - zwei von den derzeit 30 Kulturforen, die gemeinsam mit den 82 Botschaften, 11 Generalkonsulaten, 60 Österreich-Bibliotheken, 9 Österreich Instituten sowie Spezialbüros in Lemberg, Sarajewo und Washington DC die Träger der österreichischen Auslandskulturarbeit sind. Bei rund 5.400 Veranstaltungen in nahezu 110 Ländern und 800 Städten habe man über 7,7 Millionen Besucherinnen und Besucher verzeichnet, rechnet Eichtinger im Vorwort des kürzlich erschienenen Tätigkeitsberichts der österreichischen Auslandskulturarbeit 2010 vor. Das Budget von 6,2 Mio. Euro, zu dem man 1,8 Mio. an Sponsorgeldern generieren habe können, nennt Eichtinger in einem Interview mit der "Raiffeisen Zeitung" "gut, aber nicht großartig". 2009 hatte das operative Budget laut Tätigkeitsbericht 5,9 Mio. Euro betragen.

Bis zum Abend werden in Vorträgen, Gesprächen und Workshops verschiedene Aspekte und Zusammenhänge von wirtschaftlichen Krisen, politischen Umbrüchen und kulturellen Entwicklungen diskutiert. In der ersten Diskussionsrunde wurde die Frage gestellt, welchen Beitrag Kunst und Kultur zur Bewältigung von krisenhaften Entwicklungen im 21. Jahrhundert leisten könnten. "Wüsste ich die Antwort, wäre die Welt wohl viel besser", meinte dazu die polnische Kunsthistorikerin Anda Rottenberg. Sie verwies auf die radikalen Veränderungen der Welt im 21. Jahrhundert und darauf, dass Budgetkürzungen in Zeiten der Krise stets zunächst die Sektoren Kunst/Kultur und Bildung träfen. Ein Umstand, vor dem auch Angewandte-Rektor Gerald Bast deutlich warnte. Keinesfalls dürfe Kunst und Kultur ausschließlich dem Markt überlassen werden. Nicht nur, weil Künstler auch Seismographen seien: "Krise ist u.a. Zuspitzung. Und Zuspitzung ist eine der Domänen der Künstler."