Auf den Spuren von Lilli Wolff

Felix Mitterer versuchte das weitere Leben von Lilli Wolf zu recherchieren.
Foto: KURIER/Gerhard Deutsch

Autor Mitterer recherchierte, wie ihr Leben in den USA weiterging.

An der Rettung von Lilli Wolff waren noch zwei Frauen beteiligt: Martha Driessen und Meta Schmitt. Mit der Neff war man eine amouröse Viererbande in deren Kölner Theaterzeit. Ab 1943 lebte das Quartett in Wien zusammen. Mit Marthas Sohn Klaus Driessen machte sich Mitterer auf die Suche nach Lilli Wolffs Geschichte in Texas. "Es hat sie später ganz bitter getroffen", erzählt er.

Wolff wollte nach dem Krieg nur weg aus Wien. Ruth Hunt, eine Milliardärstochter aus Dallas, auch eine Freundin aus Kölner Tagen, verschaffte ihr 1947 ein USA-Visum. Die Kostümbildnerin eröffnete in Dallas einen Modesalon, ließ Martha und Klaus nachkommen.

Neff und Wolff sahen einander nie wieder. Wolff starb 1983 in Dallas, Neff 1986 und Zilcher 1994 in Wien. Eva Zilcher wurde in Neffs Ehrengrab auf dem Zentralfriedhof beigesetzt

Gestapo-Albträume

Mitterer: "Lilli ging's nicht gut, sie fühlte sich von der Gestapo verfolgt, hat nie das Haus verlassen." Beruflich blieb der Erfolg aus: "Am 22. November 1963 hätte First Lady Jackie Kennedy einen Termin in Lillis Salon gehabt. Doch an dem Tag fielen zwei Schüsse ..."

Als die Yad-Vashem-Auszeichnung anstand, bestand Lilli darauf, dass Martha Driessen und Meta Schmitt (posthum) mit geehrt werden. Doch sie selbst konnte sich nicht überwinden, den Flieger nach Wien zu besteigen.

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(KURIER) Erstellt am
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