Kultur
20.06.2017

Arte zeigt umstrittene Antisemitismus-Doku doch

Die ARD hatte erst mitgeteilt, den Film ins Programm zu nehmen.

Der deutsch-französische Kultursender Arte wird die umstrittene Dokumentation "Auserwählt und ausgegrenzt - Der Hass auf Juden in Europa" entgegen seiner ursprünglichen Absicht nun doch zeigen. Grund dafür ist die Entscheidung des ARD, den Film mit anschließender Diskussion darüber an diesem Mittwoch um 22.15 Uhr ins Programm zu nehmen.

"Neue Situation für Arte"

"Diese Entscheidung führt zu einer neuen Situation für Arte", teilte der Sender mit. "Deutsche Zuschauer werden Zugang zu dieser Sendung erhalten. Für die französischen Zuschauer wird das nicht der Fall sein." Um einen identischen Kenntnisstand des Arte-Publikums in beiden Ländern zu ermöglichen, werde Arte den Film zeitversetzt um 23.00 Uhr zeigen.

Arte hatte zunächst am Film bemängelt, dass er nicht ausreichend die Kriterien des Auftrags erfüllt habe, den stärker werdenden Antisemitismus in Europa abzubilden. Auch handwerkliche Fehler wurden kritisiert. Daher wollte der Sender das Stück nicht ausstrahlen. Am Freitag vergangener Woche teilte das Erste mit, den Film zeigen und die beanstandeten Mängel thematisieren zu wollen. Ab 23.45 Uhr soll in der Talksendung "Maischberger" darüber diskutiert werden.