Kultur
27.12.2011

Armer ORF, arme Seher

Das ORF-Drama spielt im Kabarett und könnte eine tägliche soap opera werden.

Die Bestellung eines Büroleiters führt im ORF zu einem Aufstand der Redakteure. Erstaunlich. Die Parteien regieren doch schon immer ganz ungeniert ins Unternehmen rein, für das wir alle bezahlen müssen. Zwei Bundeskanzler, nämlich Bruno Kreisky und Wolfgang Schüssel, ließen sogar Gesetze ändern, um ihre Vertrauenspersonen am Küniglberg zu installieren. Jörg Haiders Mannen marschierten einmal im Landesstudio Klagenfurt ein, als sie die Macht in Kärnten erobern wollten. Und die Grünen raufen auch um jeden Posten, den sie kriegen können, sogar im Schulterschluss mit der FPÖ. Das heißt dann Regenbogen, damit es nicht gar so grauslich aussieht.

Die Installierung eines Burschen aus dem Arbeitskreis zur Machterhaltung von Laura Rudas ist nur Fortsetzung einer widerlichen Tradition. Und beweist, dass unsere Demokratie nicht reif genug für einen unabhängigen Sender ist. Interessant ist, dass die ÖVP nur schüchtern protestiert, sie kriegt ja auch ein paar Pöstchen. Alle Parteien verbindet eines: Sie können nicht unterscheiden zwischen mein und dein. Das hat die verstaatlichte Industrie ruiniert. Die moralische Pleite bekämpfen – hoffentlich – die Redakteure, den finanziellen Absturz verhindern – vorerst – wir Gebührenzahler.

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