Alex Turner, Frontmann der Arctic Monkeys, bei den Brit Awards

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Video-Premiere
03/03/2014

Arctic Monkeys veröffentlichen Video zu "Arabella"

Die Überflieger-Band aus Großbritannien lässt wieder von sich hören - und sehen.

In Großbritannien sind die Arctic Monkeys eine Bank für Nummer-1-Alben. Jedes ihrer fünf Studioalben fand sich an der Spitzenposition der Hitparade wieder. So auch "AM", das vergangenen September herauskam. In Österreich konnte die verköpfige Indie-Rockband um Alex Turner mit Platz zwei ihre bisher beste Charts-Position erreichen.

Erst Ende Februar ging die Rekordjagd weiter: Bei den Brit Awards schafften es die Arctic Monkeys als erste, zum dritten Mal in einem Jahr die Preise für Beste britische Band und Bestes britisches Album einzuheimsen. Davor war das schon 2007 und 2008 der Fall.

"Rock'n'Roll wird nie sterben"

Die Arctic Monkeys gaben sich betont cool: "Auch wenn es wundervoll ist, für etwas nominiert zu werden, das man selber geschaffen hat, glaube ich nicht, dass das Talent einer Gruppe von Musikern unbedingt proportional zur Größe ihres Regals voller Preise ist", sagte Alex Turner nach der Show. Auf der Bühne hielt er eine Lobesrede auf den Rock'n'Roll. "Der Rock'n'Roll wird einfach nie sterben." Ab und zu gehe er in Winterschlaf, aber er warte immer um die Ecke, um wieder hervorzubrechen und noch besser auszusehen als zuvor.

Auch bei den NME Awards wurde diese Einstellung belohnt: Gleich fünf Preise konnten die Jungs aus Sheffield mit nach Hause nehmen (Beste britische Band, beste Live-Band, Bestes Album, Beste Fans und Alex Turner als "Hero of the Year".

Beflügelt vom Erfolg, haben Sie am Montag das Video zu der Single "Arabella" veröffentlicht, die am 10. März erscheint. Der Song stammt vom Album "AM", das die Arctic Monkeys deshalb mit ihren Initiialen versahen, weil die Aufnahmen in Kalifornien so gut gelaufen seien. "Wir haben im Sound Fortschritte gemacht, auf die ich richtig stolz bin", sagte Turner im KURIER-Gespräch (siehe unten). "Wir haben viel an den Gesangsstimmen gearbeitet und dabei Elemente aus dem aktuellen R&B eingebracht."

Das Video zu "Arabella" am Premierentag auf KURIER.at:

Die Wüsten-Söhne im Interview

Integraton“ heißt der weiße Dom nördlich von Yucca Valley in der Wüste von Kalifornien. Die Konstruktion aus Fiberglas und Holz wurde von George Van Tassel einst als „Verjüngungsmaschine“ gebaut. Die Arctic Monkeys haben ihre Wirkung ausprobiert.

Allerdings nur ein Mal: „Man kann da drinnen ein Klang-Bad nehmen“, erzählt Drummer Matt Helders im KURIER-Interview. „Aber das Einzige, was das bei uns ausgelöst hat, war, dass wir eingeschlafen sind.“

Deshalb gingen er, Sänger Alex Turner, Gitarrist Jamie Cook und Bassmann Nick O’Malley diesmal nicht mehr dorthin, als sie – wie vor drei Jahren – ganz in der Nähe des „Integraton“ im „Rancho de la Luna“-Studio“ aufnahmen. „Wir waren auch gar nicht lange in der Wüste“, sagt Frontmann Turner. „Es ging nur darum, den Knoblauch zu bräunen!“

Wie bitte? Was hat Knoblauch mit dem heute, Freitag, erscheinenden Arctic-Monkeys-Album „AM“ zu tun? „Na ja, wenn man eine gute Mahlzeit zubereitet, brät man doch immer erst den Knoblauch an, um den Geschmack in Gang zu bekommen.“

Alles ist möglich

Heißt im Klartext: Mehr als im Studio waren die Musiker in der Wüste auf ihren Motorrädern unterwegs, haben sich so auf die „richtigen“ Aufnahmen in Los Angeles eingestimmt: „Der Sand, das Licht, die Dreiheit – das ist einfach magisch“, schwärmt Turner. „Da kriegst du schnell dieses ,Alles ist möglich‘-Gefühl. Das schürt die Kreativität weit besser als der ,Integraton‘ – zumindest bei uns.“

Und weil es beim fünften Studio-Album der 2005 mit der Hitsingle „I Bet You Look Good On The Dancefloor“ berühmt gewordenen Briten so gut lief, haben sie es nach ihren Initialen benannt. "Wir haben im Sound Fortschritte gemacht, auf die ich richtig stolz bin", sagt Turner. "Wir haben viel an den Gesangsstimmen gearbeitet und dabei Elemente aus dem aktuellen R&B eingebracht."

Deshalb, sagt er, sei „AM“ ein „Party-Album“. Und das ist – wie immer bei Turner – gespickt mir genauso spitzen wie spitzfindig formulierten Texten über die Liebe und die absurden Faxen, die die Menschen ihretwegen machen. Diesmal aber auch mit „absurden Situationen, in die man hineinstolpert“. Wobei der Stolperer immer Turner selbst ist.

Poetische Freiheit

„Ich habe früher sehr viele Songs geschrieben, die exakt nacherzählt haben, was in der Nacht davor passiert ist. So auf die Art: ,Schau, was der und der Komisches gemacht hat!‘ Das mache ich jetzt nicht mehr. Jetzt geht es viel mehr um mich selbst – aber natürlich sind diese Texte dann nicht wie ein Tagebuch-Eintrag und exakt das, was ich erlebt habe. Da nehme mir dann schon die poetische Freiheit, Sachen aufzubauschen – oder zu verkleiden.“

Wie immer zitiert Turner, der seit 2011 mit der amerikanischen Schauspielerin Arielle Vandenberg liiert ist, auch bei „AM“ wieder gerne aus der Pop-Kultur. Er nimmt bei Martin Scorsese und Phil Spector Anleihen. Und gleich zwei Mal bei den Rolling Stones. Denn die sind „unsere fünf Portionen pro Tag!“

„Wir hören immer viel Musik, wenn wir im Bus sind oder in der Garderobe auf den Auftritt warten“, erklärt er. „Acts wie die Stones, die Stooges und Black Sabbath müssen dabei – wie Obst und Gemüse in der Ernährung – fünf Mal am Tag vorkommen, damit wir uns gut fühlen.“

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