© @WrightTG / Twitter

Kultur
10/10/2012

Anklage nach Anschlag auf Rothko-Gemälde

In der Londoner Tate Modern Gallery wurde ein Werk von Mark Rothko beschmiert. Nun wurde ein Verdächtiger festgenommen.

Nach dem Farbanschlag auf ein Gemälde des Malers Mark Rothko in London ist Anklage gegen einen Verdächtigen erhoben worden. Dem 26-Jährigen werde Sachbeschädigung vorgeworfen, teilte die Polizei am Dienstagabend mit. Die Polizei hatte den Mann am Montagabend festgenommen. Zuvor hatte sich der junge Pole gegenüber mehreren Medien zu der Tat bekannt und sie als Kunstaktion verteidigt.

   Er habe am Sonntag die Worte "Vladimir Umanets, A Potential Piece of Yellowism" auf eine Ecke des Rothko-Gemäldes geschrieben, erklärte der Mann. Die Zeitung "The Daily Telegraph" zitierte ihn mit den Worten, er habe das Gemälde weder zerstören noch entstellen wollen. "Ich bin kein Vandale."

Laut einem Online-Manifest ist "Yellowism" eine Kunstbewegung, hinter der zwei Personen namens Vladimir Umanets und Marcin Lodyga stehen. Im Gespräch mit dem Guardian gab eben dieser Herr Umanets zu, dass er für den Vorfall im Tate Museum verantwortlich sei und auf die Gegenwartskunst aufmerksam machen wollte.

"Ich glaube, dass, wenn das Rothko-Bild wiederhergestellt wird und meine Unterschrift entfernt wird, der Wert des Bildes sinken wird, aber nach ein paar Jahren wird der Wert höher, sein wegen dem, was ich tat", sagt Umanets und vergleicht sich mit Marcel Duchamp, der das Kunst-Establishment schockierte, als er 1917 einfach ein Urinal unterzeichnete und es ausstellte.

Überrascht war Umanets von den schwachen Sicherheitsvorkehrungen: "Ich habe erwartet, dass der Sicherheitsdienst mich sofort aufgreifen würde, als ich das Bild vor all den Besuchern unterschrieb. Es gab jede Menge Video- und Fotoapparate." Gleichzeitig ist er der Meinung, eigentlich nur ein neues Kunstwerk erschaffen zu haben: "Ich habe das Bild nicht zerstört. Ich habe nichts gestohlen. Es gab schon vor mir einige solche Aktionen. Marcel Duchamp unterschrieb Dinge, die nicht von ihm kamen, oder Damien Hirst."

Tom Wright, ein Museumsbesucher der das Foto vom verschmierten Bild via Twitter teilte, sagte dem Guardian, er habe den Mann vorher ruhig vor dem Bild sitzen gesehen. "Dann haben wir das Geräusch eines Stiftes gehört - als wir uns umdrehten, war er schon fast fertig mit seiner Schmiererei. Die Tinte rann am Gemälde entlang nach unten. Als wir realisierten, was da wirklich geschehen ist, informierten wir einen Museumsmitarbeiter. Sie waren schockiert, als sie sahen, was er getan hatte."

Bei dem Bild soll es sich um das 1956 entstandene Werk "Black on Maroon" von Mark Rothko handeln.

Der 1970 verstorbene Rothko gehört zu den bekanntesten modernen Künstlern der USA. Sein Ölbild "Orange, red, yellow" erzielte im Mai bei einer Versteigerung des Auktionshauses Christie`s 86,9 Millionen Dollar (66,6 Millionen Euro) und ist damit das teuerste zeitgenössische Kunstwerk, das bisher bei einer Auktion unter den Hammer kam.

 

 

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.