Amy Macdonald (29) hielt, was sie verprach

© Kurier/Juerg Christandl

Amy Macdonald in Wien: Schlechte Laune vernichtet
03/15/2017

Amy Macdonald in Wien: Schlechte Laune vernichtet

Die Schottin zeigte, wie man mit simplen Mitteln gut unterhalten kann

von Brigitte Schokarth

„Wir werden unser Bestes geben, um euch an diesem faden Dienstagabend zu unterhalten.“ Das versprach Amy Macdonald zu Beginn ihres Konzertes im Wiener Gasometer. Sie hielt ihr Wort.

Über neun Millionen Platten hat die 29-Jährige verkauft, seit sie 2009 mit dem mit Doppel-Platin honorierten Album „This Is The Life“ und dem gleichnamigen Hit die Welt eroberte. Und in Wien zeigte sie, dass ihr Sound zwischen Rock und Folk seither nichts an Vitalität eingebüßt hat. Denn es stecken definitiv mehr Rocker- als Singer/Songwriter-Gene in ihrer DNA: Mit hautengen, schwarzen Jeans und einem langen schwarzen Träger-Top, das ihre mit Tattoos geschmückten Arme in Szene setzte, hackte sie von Anfang an temperamentvoll in die Saiten ihrer Gitarre. Mit rasantem Tempo, ihrer mächtigen Stimme und Hits wie „Don’t Tell Me That It’s Over“ und „Mr. Rock & Roll“ brachte sie das Publikum schnell in Stimmung.

Erst in der Mitte des Sets gab es einen Akustik-Teil „zum Chillen“. Aber der dauerte nur wenige Songs. Hier hätte etwas mehr gut getan. Denn die schnelleren Songs des Macdonald-Repertoires haben eine Schwäche: Sie sind sowohl im Sound als auch in der Stimmführung dem Welt-Hit „This Is The Life“ sehr ähnlich.

Leidenschaft

Was das Konzert trotzdem unterhaltsam machte, war die sicht- und hörbare Leidenschaft, mit der sich die zierliche Schottin ans Werk machte. Ihr unbefangenes Auftreten tat das Übrige. Immer wieder plauderte sie mit dem Publikum: Über die Schotten, die mit viel Herzblut bemüht sind, das Richtige zu tun. Über misslungene Videodrehs und über die Stimmung im Publikum, die von Wochentagen abhängig ist, weil ihre Fans an Samstagen viel eher bereit zum Party machen sind als an Dienstagen wie diesen. Normalerweise. Aber nicht in Wien!

Tatsächlich war der Abend durchwegs angetan, schlechte Laune zu vernichten. Auch wenn Macdonald in ihren Sounds nicht innovativ, in ihren Inhalten selten berührend ist, und insgesamt nicht viele grandiose Songs hat - ein Publikum gut unterhalten, das kann sie. Und für mehr ist sie nicht angetreten.

KURIER-Wertung:

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