Kultur
03.03.2018

Amos Oz: Erste Röntgenstrahlen in der Wüste

Mit "Wo die Schakale heulen" begann die Karriere.

Das war das erste Buch des israelischen Schriftstellers (und Friedensaktivisten): "Wo die Schakale heulen", 1965 auf Hebräisch veröffentlicht, lässt die Größe Amos Oz’ NICHT erahnen – dieser Band mit den zehn Erzählungen, jetzt erstmals übersetzt, beweist: Er war sofort groß, sagenhaft ist das.

In der Wüste

Hier liegen seine Wurzeln, im Kibbuz der 1950er, als es auf Kraft ankam. Deshalb wurde aus dem 1939 in Jerusalem geborenen Amos Klausner ... Amos Oz. Oz heißt Kraft.

Wie der Kibbuz eine Insel ist, stets auf Angriffe gefasst (die man, falls die Schakale keine Tiere sind, trotzdem durch Reden davon abbringen will) – darüber schrieb er; und noch war er nicht der "Fachmann für vergleichenden Fanatismus", sondern beschäftigte sich damit, wie die Wüstenlandschaft ins Leben eindrang.

Amos Oz warf erste Röntgenstrahlen auf die israelische Seele – auf alle Menschen, die sich ungern berühren lassen, aber von Umarmung träumen.

Amos Oz: „Wo die Schakale heulen“ Übersetzt von Mirjam Pressler. Suhrkamp Verlag. 319 Seiten. 22,70 Euro.

KURIER-Wertung: *****