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Kultur
12/05/2011

Ambros vs. Fendrich: Das Ö3-Interview im Wortlaut

Im Streit zwischen Wolfgang Ambros und Rainhard Fendrich meldet sich jetzt Ö3 zu Wort und veröffentlicht das Interview im Wortlaut.

Claudia Stöckl: Nochmal kurz zu den Drogenerfahrungen. Hast du zum Beispiel auch mit deinem Freund Rainhard Fendrich jemals als er noch, sozusagen er hat ja mal erzählt und bekannt, dass er diese Droge genommen hat, darüber diskutiert, weil du es eben auch kennst, diese Erfahrungen.

Wolfgang Ambros:
Mein Gott ja, noch einmal, es ist gelegentlich ist immer vorgekommen, aber es war halt der Rainhard, i mein, so, wie des jetzt geschildert war ist es nicht oder vielleicht war es dann im Ende, es war dann halt schon zu Austria 3 Zeiten, wo also, also weder der Georg, der war ja nur ganz kurz und auch nur um zu wissen was es is, aber sonst in keiner Weise involviert. Und ich ja eigentlich auch nicht und der Rainhard, der hat sich des halt immer, hat sich nicht nehmen lassen vorn Auftritt und mir ham gsagt... du, du kannst ja nimmer singen .. des, des kummt ja no dazu, du konnst ja nimmer gscheid singen. Es schnürt dir die Kehle zu.

Claudia Stöckl: Eben, dass schreibst du auch, dass du...

Wolfgang Ambros: Und des is, des is ja existenzgefährdend. Da fängst dann schon zum nachdenken an, ned. Und dann ham ma scho geredet mit ihm und und der Georg war überhaupt scho, der war außer sich und hat gesagt: Hörst du jetzt endlich auf mit dem Dreck, ja? Weil's immer wieder erwischt haben mit irgendwem, um's Eck bogen und dann rausgekommen, verstehst, mit den Knopferlaugen. Na des hat uns, hat uns entdreit, kann man sagen.

Claudia Stöckl:
Aber es war wahrscheinlich ein Grund auch dafür, oder, dass Austria 3 auseinander gegangen ist?

Wolfgang Ambros: Des war der eigentliche Grund, ja. Es ist ja schon vorher, es war nur danach noch eine Tournee, die war scho fest geplant und ausverkauft seit Monaten, des konnten wir einfach ned absagen. Und dann hob i gsagt, so und jetzt reden wir mal klare Worte, du kannst tun was du willst, aber nicht mehr vor dem Auftritt. Er hat es dann trotzdem getan, aber des war ja dann auch schon wurscht. Mir haben eh die meiste Arbeit gmacht. Des warn immer der Georg und i, wir haben die meisten Sachen gesungen und die ganzen Chöre und ham halt kaschiert, so gut des ging.

Claudia Stöckl: Aber ich nehm an, dein Fazit aus dieser Erfahrung auch aus deinen eigenen, ist, dass einfach diese Form von Drogen eine Karriere zerstören letztendlich?

Wolfgang Ambros: Ja, wann's so weiter gegangen wär, um ehrlich zu sein, da weiß i nix genaues. Aber sehr bald danach, als die Tournee zu Ende war und wir alle in alle Richtungen uns zerstreut ham. Und der Georg draufgekommen ist, dass er Krebs hat und dann eben im darauffolgenden April, mein ich oder so, dann gab's die große "Hopsnahme" vom Rainhard und da is dann natürlich was los gewesen. Das kannst dir ja vorstellen.

Claudia Stöckl:
Das stimmt, das haben wir ja alle in den Medien...

Wolfgang Ambros: I war natürlich scho wieder auf Tournee und war scho irgendwo wieder ... oder na... wart... wo war i, irgendwo war i.... Jaaa... kann des sein, Kroatien? I glaub, i glaub irgendwo hab i a Telefon gekriegt und des weiß ich gar nimmer, wer des war, und hat mich angerufen, ob ich des alles schon gehört hab.. sag ich na, wos? Ja wegen dem Rainhard, sag ich was denn, naja, also, einvernommen haben's ihn und angeblich hat er geplaudert. Ja, da wird's wieder ein paar, da wird's wieder ein paar Einver- und Festnahmen geben und hab mir weiter aber ned viel gedacht dabei. Und dann bin ich zurück gegangen nach Wien und da hab ich erst das ganze Ausmaß dieser Geschichte mitkriegst, weil diese Einvernahme war ja schon lang vorher und dann äh, hat er noch a Konzert gespielt in der Stadthalle und alles mögliche und hat die Leute umarmt, die er vorher schon verpfiffen hat. Ja, das hat ihm bis heute so mancher nicht vergessen.

Claudia Stöckl:
Mh, also es ist, dass sind viele Freunde die wahrscheinlich auch nie Freunde waren, aber auf jeden Fall haben sie sich verabschiedet?

Wolfgang Ambors: Ja ja, ja ja..die haben sich dann bei mir ausgeweint und da hab ich gesagt, ihr seid ja alle selber schuld. Man muss wissen, wann es genug ist und wenn man es nicht weiß, dann hat man halt auch die Konsequenz zu tragen und soll sich ned beschweren. Die haben ihn das Messer aufs Aug gesetzt und gesagt, gib uns allen Namen und du gehst da raus und spielst dein Konzert und wenn ned, dann bleibst du da.

Claudia Stöckl: Mh, also er hat seine Lieferanten verraten?

Wolfgang Ambros: Ja ned nur die, praktisch die ganze so genannte Szene. Es war jedenfalls a riesen Aufruhr und i denk mal, dass die Sache dann für ihn selbst gereicht hat. Ich glaub nicht, dass er sich jetzt irgendwas angerührt hat.

Folgender Gesprächsverlauf wurde nicht gesendet

Claudia Stöckl: Hast du ihn jetzt mit den Entzug irgendwie begleitet, weil ich glaub das ist ja schwierig, oder, davon loszukommen?

Wolfgang Ambros: Na, des is überhaupt ned, des is ja reine Willenssache. Du hast ja keine, du hast ja kein körperlichen Entzug, das ist nicht wie bei Opiaten, dass du irgendwelche Krämpfe kriegst und Schmerzen und Schüttelfrost und so dass du glaubst es.. du stirbst. Es ist ned so wie a Malaria. A Malaria is ähnlich wie a Heroinentzug, glaub i.

Claudia Stöckl: Naja, du schreibst ja, dass du Malaria hattest und wie es dir da gegangen ist, ja?

Wolfgang Ambros: So stell i mir das vor. Nur länger und und und ohne Gegenmittel also, eben wenn's mit Metadon anfangst, sind dann die Symptome weg, aber die Sucht is ned geheilt. Des ist... des ist mir Gott sei Dank immer weit entgangen... bin nicht einmal in die Nähe gekommen, wollt ich auch nicht. Auch nie in ganz jungen Jahren, wo alle... scho leiwand und so... nö nö.

Claudia Stöckl: Also du hast dann schon gewusst ... wo wann genug ist?

Wolfgang Ambros: Na äh na i hab des ja gesehen, die ganzen, wie's dann gesessen sind und nur mehr wirklich blöd vor sich hingestarrt haben und weiß ned... in ihrem.... in ihrer Welt verwoben waren und sich vielleicht total wohl gefühlt haben... aber i kann mir des gar ned vorstellen, wie man völlig wegtritt, da kann man sich doch ned so wohl fühlen. Aber des sind Leute, in aller Regel auch bis heute, die des machen, die kommen einfach mit ihrem ganzen Leben nicht zurecht. Die sind durch diese Welt in der wir leben einfach überfordert.

Claudia Stöckl: Also nicht nur Künstler meinst du, sondern egal welcher Beruf, viele Menschen, die das Leben einfach nicht bewältigen können?

Wolfgang Ambros: Die glaub... ja. ich weiß es gar nicht, kann ich ned beurteilen, wie des in der Rapperszene oder wa, da kenn i mi ned aus, aber grundsätzlich bist du chancenlos in dem Job, auf dem, in dem Zustand sicher. Na, du kannst gar nimmer stehen, geschweige denn dir irgendeinen Text zu merken oder sowas.

Zurück auf Sendung

Claudia Stöckl: Wir sitzen an einem runden Holztisch zu Hause bei Wolfgang Ambros in Tirol.

Einmal wurde Rainhard Fendrich im Zusammenhang mit der Ambros-Bühne in seinem Haus noch auf Sendung erwähnt:

Wolfgang Ambros: (...) Ich hab Zusagen von Herrn Prokopetz, vom Herrn Fälbl, vom Herrn Eberhartinger natürlich, die alle... den Rainhard werd ich noch fragen, aber der kummt mir sicher auch.. es gibt ned all zu viel zum verdienen, aber man kann zwei schöne Tage in den Bergen verbringen in meiner und meiner Familie Gesellschaft.

Laut Ö3 ist der folgende Wolfgang Ambros Satz, "dass das alles viele Jahre her ist, Schnee von gestern sozusagen - und dass Rainhard und ich wieder ein sehr gutes Verhältnis haben" im Interview nicht gefallen.

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