Amanda Palmer: Die Kunst, um Geld zu bitten

für Kritik…
Foto: /Georg Leyrer Amanda Palmer bei einem Konzert in der Wiener Arena

Die Popsängerin erklärt, wie sie über das Internet ihre Kunst finanziert. Und noch vieles mehr

Wer eher über die Gefahren als die Segnungen des Internets reden will, der muss sich nur mit Künstlern unterhalten: Viele stehen der Online-Gratiskultur, YouTube, den Musikstreamingdiensten und auch dem Internet an sich kritisch gegenüber.

Nicht zuletzt deswegen, weil sie, wegen des weit verbreiteten Kopierens von Musik, Filmen, Fotos und Büchern, um ihr Einkommen fürchten.

Wer das Internet preisen will, verwendet wiederum oftmals eine bestimmte Sängerin als Beweis, wie gut es Künstlern online gehen kann: Amanda Palmer. Die ehemalige Dresden-Dolls-Sängerin ist meisterhaft darin, ihre Kunst über das Internet zu finanzieren.

Online-Macht

Dort, in der Welt der Sozialmedien und der Gratis-Downloads, ist sie, weit über ihren musikalischen Bekanntheitsgrad hinaus, eine Macht für sich. 1,1 Millionen Follower hat sie auf Twitter. Denen gibt sie – Musikerin, Unterhalterin, Achselhaar-Befürworterin – Einblicke auf allen Ebenen in ihr Leben.

Aber die Schattenseiten der Online-Welt haben Palmer auch eingeholt. Viel Kritik gab es an ihr, als sie Musiker um Gratisauftritte bei ihren Konzerten bat.

Nun kann man aber auch in einem Buch erfahren, wie sehr sie ihren Mann, Autor Neil Gaiman, liebt. Dass sie sich, einfach so, einen Tampon von einer Wildfremden ausborgt. Und wie man Fans richtig um Geld bittet.

Und zwar um viel Geld. 1,2 Millionen Dollar hat Palmer 2012 über eine Online-Kampagne für ihr damaliges Album aufgestellt. Auch heuer hat sie eine Kampagne gestartet: Fans sollen zwischen einem und 100 Dollar zahlen, wenn Palmer auf einem bestimmten Bereich ihrer Webseite einen Song, ein Video oder einen Text hochlädt.

In "The Art Of Asking" (soeben auf Deutsch im Verlag Luebbe erschienen, übersetzt von Viola Krauß) erklärt Palmer, was das mit Liebe und Verletzlichkeit zu tun hat. Dass es mitunter einfacher ist, Fremde um Geld zu bitten als den eigenen Mann.

Fallengelassen

Dass sie nicht die Summe faszinierte, die sie bei Kickstarter lukrierte, sondern die "Zahl der Leute", die spendeten. 25.000 waren es. Palmer war von ihrer Plattenfirma fallengelassen worden.

"Ich hatte mich in mein Publikum fallen lassen und war von ihm aufgefangen worden", resümierte sie.

(kurier) Erstellt am
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