Alfred Klinkan: „STILLEBEN, AUSSER ES KOMMT DER WIND!“ 1974-75, Dispersion und Acryl auf Leinwand, 200,2 x 149 cm, Ausschnitt

© Alfred Klinkan/Graphisches Atelier Neumann

Kunst
12/17/2014

Alfred Klinkan: Wiederfindung eines Welterfinders

Der 1994 verstorbene Maler wird in einer Wiener Galerien-Schau wieder gewürdigt.

von Michael Huber

Viele werden ihn noch kennen, doch für die Spätgeborenen klafft eine Lücke. In der Kunstszene der 1970er- und ’80er-Jahre war der Maler Alfred Klinkan durchaus in der Szene präsent, er bekam 1981 den Otto-Mauer-Preis, seine Bilder wurden von Museen und Privatsammlern erstanden.

Doch nachdem Klinkan 1994 mit nur 44 Jahren verstarb, wurde es ruhig um den einstigen Schüler von Josef Mikl und Wolfgang Hollegha. Malerkollegen wie Siegfried Anzinger und Drago J. Prelog, die wie er in der Grenzregion zwischen „reiner Malerei“ und gegenständlicher Darstellung experimentierten, entwickelten sich weiter, wurden Kunstmarktlieblinge und/oder Akademieprofessoren – man kann nur spekulieren, was mit Klinkan geworden wäre, wenn.

DieGalerie bei der Albertinain Wien (Lobkowitzplatz 1) hat nun wichtige Teile des Nachlasses zu einer Ausstellung arrangiert und einen Katalog produziert. Damit bietet sich 20 Jahre nach Klinkans Tod die Möglichkeit, einem außergewöhnlichen Werk auf die Spur zu kommen: Von der Frühzeit, in der Klinkan in bockiger Auflehnung vordergründig naive „Strickbilder“ von Waschlappen oder Socken malte, spannt sich der Bogen zu farbensprühenden Gemälden, in dem sich Fabelwesen und Fantasiegestalten ein Stelldichein geben.

Was allen Bildern gemeinsam ist, ist ihre malerische Qualität: Sie sind entschlossen mit Farbe und Pinsel gestaltet, mal mit fein ziselierten, mal mit kräftigen Strichen, aber immer mit der Kraft eines Malers, der sich seines Metiers sicher ist. Mit Preisen zwischen 11.000 und 30.000 Euro will die Galerie die Gemälde unter Sammler bringen – für die Wahrnehmung eines Künstlers ist eben auch die Präsenz am Markt entscheidend. M. Huber

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