Albertina: 1 Mio. Euro nach Wasserschaden
Die Albertina erhält zwei Jahre nach dem überraschenden Wasserschaden am Tiefspeicher, eine Million Euro Schadensersatz.
Es hat mehr als zwei Jahre gedauert, nun wurde endlich eine Lösung gefunden: Die Albertina erhält nach dem überraschenden Wasserschaden am Tiefspeicher, der 2009 eine Evakuierung von 950.000 Kunstwerken notwendig gemacht und für großes Aufsehen gesorgt hat, eine Million Euro an Bau- und Arbeitskosten ersetzt.
Dahingehende Informationen bestätigte Burghauptmann Reinhold Sahl gegenüber dem KURIER. Die Lösung ist taufrisch: "Es wird gerade abgewickelt", betonte Sahl. Eine Versicherung und die beteiligte Baufirma begleichen die Kosten, hieß es, ohne dass nähere Details über den Aufteilungsschlüssel gemacht wurden.
Im Juni 2009 waren 400 Liter Wasser in den erst 2005 fertiggestellten Tiefspeicher der Albertina eingedrungen, in dem u. a. Dürers "Feldhase" gelagert war. Kunstwerke wurden zwar keine zerstört, teuer war die Angelegenheit trotzdem.
Von einem höheren Schaden ausgegangen
Ursprünglich war das Bundesmuseum von einem höheren Schaden ausgegangen: 1,6 Millionen Euro sollten Investitionen (300.000 Euro), Personalkosten (528.000 Euro), Rückführung (450.000 Euro) und "diverse Sachkosten" (338.000 Euro) ausgemacht haben. Die reinen Sanierungsmaßnahmen wurden mit 200.000 Euro beziffert. Dies wurde im November 2009 bekanntgegeben.
2010 sprach Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder dann von insgesamt 1,2 Millionen Euro Kosten, die seither als offene Forderung der Albertina an die Republik verbucht wurden. Der Einbringungsprozess zog sich hin: 2010 wurde den Baufirmen eine Kostenaufstellung übergeben. Zuletzt hieß es im April 2011, dass die Causa bis zum Sommer geklärt werden soll. Mittlerweile vertrat die Finanzprokuratur das Bundesmuseum und die Burghauptmannschaft.
Nun wurde in einem "konstruktiven Prozess" eine gemeinsame Lösung gefunden, sagte Burghauptmann Sahl. Die Differenz der bezahlten Million Euro zu den Forderungen der Albertina erklärte Sahl so: Bezahlt werde im Rahmen der Einigung, was als "anerkennenswert" aufgefasst wurde. Albertina-Direktor Schröder wollte die Einigung auf KURIER-Anfrage nicht kommentieren.